Unternehmen / Schweiz

Meyer Burger Top, Swatch Group Flop

Nichts schien den Schweizer Aktienmarkt im Januar bremsen zu können. Jahreszahlen prägen die Kursentwicklung.

Die Schweizer Börse startete fulminant ins neue Jahr. Der Handelskrieg zwischen den USA und China, die zunehmende Konjunkturskepsis oder der drohende harte Brexit – nichts schien die Aktienkurse im Januar bremsen zu können. Der Schweizer Leitindex SMI gewann 6,4%, der breiter gefasste SPI avancierte 7%, nachdem im Dezember noch ein Minus von 7,4 respektive 7,5% resultiert hatte.

Von den zwanzig Titeln im SMI notierten alle ausser Swatch Group nach dem ersten Monat des Jahres fester. Die grössten Gewinner waren LafargeHolcim mit einem Plus von 15,1%. Damit haben die Aktien des Zementherstellers das Minus aus dem Dezember mehr als wettgemacht.

Zwei Banktitel an der Spitze

Ebenfalls deutlich im Plus stehen Julius Bär (+13,7%). Dabei war 2018 ein schwieriges Jahr für die Privatbank. Am kommenden Montag wird sie über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten. Nach der schwachen Marktentwicklung im November und Dezember dürften die Gelder weiter eingebrochen sein.

Zu den besten fünf im SMI gehörten im Januar ausserdem Credit Suisse (+11,3%), Richemont (+8,6%) und Roche (+8,4%). Der Pharmagigant kann auf ein erfreuliches viertes Quartal 2018 zurückblicken: Umsatz, Kerngewinn und Dividende stiegen mehr als erwartet. Beim Wachstum schlug er Konkurrent Novartis.

Die Aktien von Swatch Group (–0,5%) litten derweil unter dem schlechten Resultat für das abgelaufene Geschäftsjahr. Allein am gestrigen Donnerstag gaben sie rund 6% nach. Der Uhrenhersteller hat in den vergangenen Monaten deutlich an Schwung verloren. Eine Besserung ist in den kommenden Monaten nicht in Sicht.

Am unteren Ende des SMI finden sich ausserdem Swisscom (+1,3%), ABB (+1,4%), Geberit (+1,5%) und Lonza (+2,8%). Der am Mittwoch überraschend angekündigte Wechsel an der Spitze des Pharmazulieferers löste am Aktienmarkt keine Freude aus. Die Valoren verloren in der Folge gut 7%. Die Zahlen 2018, zum ersten Mal inklusive zwölf Monate Capsugel, fielen mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen aus.

Wechsel im Meyer-Burger-VR kommt gut an

Am breiten Markt avancierten Meyer Burger um mehr als die Hälfte. Im Verwaltungsrat des Solarzulieferers kommt es an der nächsten Generalversammlung zu einem Wechsel: Der vom russischen Hauptaktionär Sentis Capital wiederholt kritisierte Präsident, Alexander Vogel, tritt nicht mehr zur Wahl an. Mit ihm werden zwei weitere Mitglieder den VR verlassen. Die Nachricht kam an der Börse gut an.

Zu den grössten Gewinnern gehörten ausserdem Perrot Duval (+37,7%) und Tornos (+45,5%). Der Drehmaschinenhersteller meldete für 2018 ein breit abgestütztes Wachstum. Die zweite Jahreshälfte zeigte zwar im Bestellungseingang mit –9% eine rückläufige Tendenz, was – wie bei anderen Investitionsgüterherstellern – wohl der zunehmenden Konjunkturskepsis rund um den Handelskonflikt geschuldet ist. Die Auslastung im laufenden Jahr dürfte aber hoch sein.

Die Valoren von Panalpina (+33,3%) waren nach dem Übernahmeangebot von DSV stark gesucht. Der dänische Logistiker hatte Mitte Januar ein Offerte über 1,58 eigene Aktien und 55 Fr. in bar je Panalpina-Valor eingereicht. Ob die Transaktion vonstattengehen wird, hängt unter anderem davon ab, ob die Ernst-Göhner-Stiftung, Hauptaktionärin von Panalpina, dem Angebot zustimmt.

Airopack brechen ein

Dagegen sind die Valoren von Airopack (–31,5%) eingebrochen. Die Krise beim Kosmetikverpackungshersteller intensiviert sich. Und der Abwärtstrend an der Börse ist im neuen Monat nicht vorbei: Am Freitag brachen die Valoren rund 40% ein, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass am 31. Januar Verzugsfälle gegen die Hauptkreditvereinbarungen eingetreten seien.

Einen deutlichen Verlust verzeichneten ausserdem Orell Füssli (–7,3%), Züblin Immobilien (–6,9%) und Ascom (–6,2%). Der Spezialist für Spitalkommunikationslösungen ist mit einer Gewinnwarnung ins neue Jahr gestartet. Weder das Umsatzziel noch die angepeilte Profitabilität sind für 2018 erreicht worden. Bereits im abgelaufenen Jahr hatten die Aktien rund 45% an Wert eingebüsst.

Leser-Kommentare