Unternehmen / Schweiz

Meyer Burger und Sentis vor dem Kräftemessen

Mark Kerekes von der Aktivistin Sentis steht zur Wahl in den Verwaltungsrat der Solarzulieferin. FuW hat ihm und ­VR-Präsident Remo Lütolf dieselben Fragen gestellt.

Meyer-Burger-Präsident Remo Lütolf und Verwaltungsratskandidat Mark Kerekes haben derzeit ein Anliegen gemeinsam: Beide wollen vor der ausserordentlichen Generalversammlung am 30. Oktober, an der Kerekes als Vertreter der Aktivistin Sentis zur Wahl stehen wird, noch mit möglichst vielen Aktionären, Analysten und Jour­nalisten reden. Die Solarzulieferin vom Thunersee wehrt sich mit allerlei Argumenten gegen die Zuwahl in das derzeit vierköpfige Aufsichtsgremium. Kerekes und sein Kollege Anton Karl von Sentis überhäufen Meyer Burger ihrerseits mit Anschuldigungen.

Anlass zur Kritik gibt es genug. Das Unternehmen kämpft ums Überleben. Aktionäre warten nach mehreren Kapitalerhöhungen bisher vergebens auf eine Erholung. Sentis ist als Tochter der Elbogross-Holding bei der Kapitalerhöhung Ende 2016 eingestiegen und hält rund 8% der Aktien. Im Sommer 2018 lancierte sie die Kampagne «Change Meyer Burger», erreichte einen Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats und kritisiert diverse Punkte der Unternehmensführung. Verschärft hat sich der Konflikt im Zusammenhang mit der Beteiligung von Meyer Burger am Fotovoltaik-Start-up Oxford PV, die zu einer weiteren Verwässerung des Kapitals geführt hat. Die Justiz untersucht den Deal, bei dem die Aktien unter Ausschluss der Kleinaktionäre zu einem Vorzugspreis platziert worden sind – von dem auch der damalige Verwaltungsratspräsident profitierte.

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