Unternehmen / Schweiz

Meyer Burger verkauft Wafer-Geschäft

Der Preis entspricht ungefähr dem Jahresumsatz des Geschäfts. Analysten beurteilen die Fokussierung auf Zellbeschichtung und -verbindung als positiv.

(AWP/AM) Der Solarzulieferer Meyer Burger (MBTN 0.651 -1.29%) verkauft sein Wafer Anlagen- und Servicegeschäft für 50 Mio. Fr. in bar an Precision Surfacing Solutions (PSS). Der Preis entspricht etwa dem Jahresumsatz des Wafering-Anlagegeschäfts. Die Transaktion soll voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2019 vollzogen sein. An der Börse reagieren die Meyer-Burger-Aktien anfänglich mit einem Kursplus von über 3%.

Betroffen von der Transaktion sind 100 Mitarbeitende, die im Bereich Wafertechnologie in Thun und an den relevanten Servicestandorten weltweit tätig sind. Diese würden aber zusammen mit wesentlichen Teilen der Produktionsanlagen von Meyer Burger in Thun zu PSS übergehen, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit.

PSS beabsichtigt gemäss Mitteilung, das Know-how der lokalen Belegschaft von Meyer Burger zu nutzen und die Produktentwicklung sowie die Fertigungsaktivitäten für Nicht-PV-Waferanlagen und -prozesse in Thun fortzusetzen. Hierzu wurde mit Meyer Burger ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen.

Die Produktionsaktivitäten für Photovoltaik-Wafer bleiben in China. PSS werde weiterhin den Service-Support für alle aktuellen und zukünftigen Wafering-Kunden weltweit sicherstellen, so Meyer Burger weiter.

Der Vertrag beinhaltet auch eine Earn-out-Komponente, die auf bestimmten Umsatzniveaus im Jahr 2019 basiere. Sowohl Meyer Burger, als auch PSS würden in der Transaktion einen wichtigen strategischen Meilenstein sehen, hiess es weiter.

«Mit dem Verkauf des Wafer-Geschäfts verabschiedet sich Meyer Burger von ihren Wurzeln und wird, neben dem kleinen Geschäftsbereich «Specialised Technologies» eine fokussierte Anbieterin von Zellbeschichtungs- und verbindungslösungen für die Fotovoltaikindustrie», urteilten die Analysten der ZKB. Der Preis sei angemessen; insgesamt beurteilt die Bank den Schritt als «leicht positiv».

Auch die Analysten der Bank Vontobel (VONN 54.25 -0.09%) sehen in der Transaktion eine stärkere Fokussierung auf die Fotovoltaik-Zellentechnologie (Heterojunction und SWCT). In diesem Geschäft habe das Unternehmen in letzter Zeit steigende Nachfrage verzeichnet. Das jetzt verkaufte Geschäft sei dagegen in den letzten Jahren unter immer stärkeren Wettbewerbsdruck geraten. Durch den Verkauf werde die Bilanz von Meyer Burger gestärkt, die Nettoliquidität nehme um rund 100 Mio. Fr. zu. Vontobel betrachtet die Veräusserung als positiv.

Die amerikanische PSS ist gemäss den Angaben einer der Marktführer für Präzisions-Oberflächenbearbeitung in Mikrometergenauigkeit. Unter ihrem Dach befinden sich Marken wie Lapmaster, Peter Wolters, ELB, Micron (MU 34 0.53%), Aba, REFORM, Barnes und Kehren. Das Unternehmen beschäftigt 900 Mitarbeitende in 13 Produktionsstäten auf drei Kontinenten.

Die komplette Historie zu Meyer Burger finden Sie hier. »

Leser-Kommentare