Die Geschichte der Menschheit kann – vereinfacht ausgedrückt – auch als eine Geschichte der Völkerwanderungen, der Migration also, verstanden werden. Die Geschichte der Wanderungsbewegungen reicht von prähistorischer Zeit über die Spätantike bis in die Gegenwart. Im 20. Jahrhundert erwiesen sich der nordamerikanische Kontinent sowie Europa als Kristallisationspunkte der Zuwanderung. Weltweit gibt es schätzungsweise gut 230 Mio. Migranten. Pro Jahr wechseln rund 15 Mio. Menschen ihr Wohnland. Davon sind rund 5 Mio. aus wirtschaftlichen Gründen unterwegs, und 3,5 Mio. sind Studenten. Es ist allerdings ein Mythos, dass Migranten den Wohlstand des Ziellandes schmälern. Genau das Gegenteil ist der Fall: Migration macht Wirtschaften dynamischer und schafft Arbeitsplätze, wie der in Oxford lehrende Ian Goldin belegt. Sie ist gar der Haupttreiber menschlichen Fortschritts. Das hat auch die Schweiz, in nicht allzu ferner Vergangenheit noch ein Auswanderungsland, erlebt: Das Wachstum der vergangenen Dekade wäre ohne die Zuwanderung gut ausgebildeter ausländischer Arbeitskräfte nicht möglich gewesen. Zudem geht oft vergessen, dass ganze Branchen, wie die Uhrenindustrie, oder wichtige Unternehmen wie Nestlé (NESN 117.42 -0.46%) oder die frühere BBC von Immigranten aufgebaut worden sind. Und was tut die Schweiz heute? Sie baut Wälle gegen die Zuwanderung auf.