Unternehmen / Gesundheit

Milliardenschwere Busse gegen Johnson & Johnson

Der Konsumgüterkonzern soll in einem Prozess um mutmasslich krebserregendes Puder 4,7 Mrd. $ zahlen. J&J hat bereits rechtliche Schritte angekündigt.

(Reuters) Im Prozess um mutmasslich krebserregendes Puder hat eine Geschworenenjury im US-Bundesstaat Missouri den Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (JNJ 140.54 0.41%) am Donnerstag zur Zahlung von 4,69 Mrd. $ verpflichtet. Das Geld sollen insgesamt 22 Frauen erhalten.

Sie hatten in dem Prozess in St. Louis geltend gemacht, dass sie durch die Produkte an Eierstockkrebs erkrankt seien. Die Summe setzt sich aus 550 Mio. $ Entschädigung und einer Strafe von 4,14 Mrd. $ zusammen. Als Reaktion fielen die J&J-Aktien im nachbörslichen Handel um 1%.

J&J äusserte sich über das Urteil enttäuscht und kündigte rechtliche Schritte an. Das Verfahren sei hochgradig unfair gewesen. Der Konzern bekräftigte, seine Produkte enthielten kein Asbest und lösten kein Krebs aus.

Die Klägerinnen und ihre Familien hatten dagegen erklärt, ihre Erkrankungen gingen auf den jahrzehntelangen Einsatz von Babypuder oder kosmetischem Puder zurück. J&J habe spätestens seit den 70er Jahren von dem Asbest gewusst und Verbraucher nicht gewarnt.

Gegen J&J gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen 9000 Klagen. Die meisten Kläger haben erklärt, dass das in Puder enthaltene Mineral Talk selbst Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmassliche Verunreinigung von Talk durch Asbest. In dem Prozess in St. Louis wurden die beiden Fallgruppen zusammengefasst.

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