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Milliardenschwerer Heta-Streit ist beendet

Im Streit zwischen Eigentümern und Gläubigern der Heta-Bank ist nach jahrelanger Auseinandersetzung eine Einigung geglückt.

(Reuters) Im milliardenschweren Streit über die Skandalbank Heta ist im zweiten Anlauf eine Einigung zwischen Eigentümern und Gläubigern geglückt. Die Mehrheit der Heta-Gläubiger habe das nachgebesserte Angebot des Bundeslandes Kärnten angenommen, sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling am Dienstag. Österreich kann damit nach einer jahrelangen Auseinandersetzung mit den Geldgebern der ehemaligen Kärntner Bank Hypo Alpe Adria einen Schlussstrich unter den grössten Finanzskandal des Landes ziehen. Auch eine drohende Insolvenz Kärntens scheint damit vom Tisch zu sein.

Ende vergangener Woche hätten bei den vorrangigen Anleihen 75% der Gläubiger das Angebot angenommen, sagte Schelling. Bei den nachrangigen Titeln habe die Zustimmung bei 50% gelegen. «Wir bekommen täglich weitere Einlieferungen». Damit stehe bereits vor Ablauf der Annahmefrist fest, dass die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht wurde. Das Rückkaufangebot läuft noch bis Freitag. Das endgültige Ergebnis wird für den 10. Oktober erwartet.

Nachdem das erste Vergleichsangebot im Frühjahr platzte, hat Kärnten den Gläubigern Anfang September eine nachgebesserte Offerte vorgelegt. Die Geldgeber, darunter viele deutsche Banken und Versicherer, sollen nun einen Grossteil ihrer Anleihen zurückbezahlt bekommen. Das neue Angebot sieht vor, dass die Inhaber besicherter Anleihen rund 90% ihrer Forderungen zurückbekommen, die von nachrangigen Papieren rund 45%.

Bei der Heta handelt es sich um eine der grössten Banken-Abwicklungen in Europa. Kärnten hat Garantien für Heta-Anleihen von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zu begleichen. Da ein Kompromiss mit den Gläubigern zunächst scheiterte, drohte dem Land die Pleite. Um das zu verhindern wurde weiter verhandelt und man verständigte sich auf eine nachgebesserte Offerte.

Bereits in den vergangenen Tagen meldeten sich immer mehr Gläubiger zu Wort, dass sie das Angebot diesmal annehmen wollen. Darunter war auch die deutsche FMS Wertmanagement, die Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate (HRE). Sie galt zuvor als einer der grössten Kritiker der Offerte. Zu den weiteren Gläubigern zählen unter anderem die Deutsche Bank (DBK 7.189 -1.53%), die Commerzbank (CBK 5.541 -0.79%), die Dexia Kommunalbank oder die HSH Nordbank. Vielen deutschen Banken kann der Vergleich nun Rückenwind bringen. Sie mussten Anfang 2015 auf Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) die Hälfte des Werts ihrer Heta-Papiere abschreiben. Wenn jetzt mehr zurückbezahlt wird, können sie Rückstellungen auflösen und so ihre Bilanz aufhübschen.

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