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Milliardenverluste bei ZTE-Comeback

In Hongkong haben die ZTE-Papiere nach der Rückkehr an den Aktienmarkt 41% verloren. Anleger zeigen sich noch unsicher.

(Reuters) Die Rückkehr an den Aktienmarkt nach der Einigung mit den USA im Streit um ein Lieferverbot kommt dem angeschlagenen chinesischen Technologiekonzern ZTE teuer zu stehen. Die in Hongkong notierten Papiere brachen am Mittwoch um 41% ein, in Shenzhen betrug das -10%. Insgesamt verlor der weltweit viertgrösste Netzwerkbauer, dessen Aktien zwei Monate nicht gehandelt wurden, rund 3 Mrd. $ an Wert. Anleger sind sich immer noch unsicher, ob ZTE eine Zukunft hat. Zwar hat sich der Konzern mit der US-Regierung unter zahlreichen Auflagen auf ein Stopp des Lieferverbots verständigt, noch aber seine Operationen in den USA nicht wieder aufgenommen. «Zwar ist der Alptraum für ZTE vorbei, aber nun muss das Unternehmen mit vielen Veränderungen klarkommen», schrieben die Analysten von Jefferies.

Die Einigung mit den USA vom 8. Juni sieht vor, dass ZTE seinen Verwaltungsrat und sein Management innerhalb von 30 Tagen neu besetzt und eine Strafe in Höhe von 1 Mrd. $ zahlt. Zudem müssen die Chinesen 400 Mio. $ als Sicherheit hinterlegen und einen von den USA eingesetzten Koordinator akzeptieren. Die USA hatten im April Strafmassnahmen gegen ZTE verhängt, weil das Unternehmen gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstossen haben soll. US-Zulieferern wie Qualcomm und Intel (INTC 44 -2.16%) wurde für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen.

Jefferies vermutet, dass ZTE bereits in der kommenden Woche seinen Betrieb in den USA wieder startet.

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