Märkte / Makro

Minuszinsen: Schweden wagt den Ausstieg

Nächste Woche dürfte die schwedische Riksbank den Leitzins erhöhen, obwohl sich die Konjunktur abschwächt und die Inflationserwartungen sinken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steht mit ihrem schwierigem geldpolitischen Auftrag in Europa nicht allein. In Schweden und Dänemark müssen die Währungshüter mit ähnlichen Herausforderungen  kämpfen: tiefe Inflation sowie eine Rekordverschuldung der Privathaushalte am Wohnungsmarkt, verbunden mit einem Immobilienboom. Und natürlich die heikle Bewertung der eigenen Landeswährung im Vergleich zum übermächtigen Euro. In der Vergangenheit sahen sich alle drei Institutionen gezwungen, ihre nationalen Leitzinsen ins Minus zu schieben. Auslöser war die Abwertungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) via tiefere Zinsen im Euroraum.

Inzwischen koppeln sich die drei Kleinen jedoch voneinander ab. Deutlichster Beleg dafür ist der Wechselkurs. Während der Franken sich zum Euro aufgewertet hat, lässt sich in Schweden und Dänemark das Gegenteil beobachten. Die beiden Kronen haben gegenüber dem Euro an Wert verloren. In Schweden bricht sogar eine neue geldpolitische Ära an: Dort sind die Tage der Negativzinsen gezählt.

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Leser-Kommentare

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Willy Huber 12.12.2019 - 10:01
Die Entwicklung hat bestätigt, was einige kluge Leute von Anfang an bemängelten: Den gemeinsamen EUR vor einem politischen Zusammenwachsen der Gründerstaaten der EU einzuführen war ein (kaum mehr gut zu machender) Fehler. Wirtschaftlich wäre wohl eine Freihandelszone zum mindestens am Anfang viel besser gewesen als ein erzwungener Binnenmarkt mit gemeinsamer Währung, der den Mitgliedstaaten kaum mehr Raum lässt für eine… Weiterlesen »