Unternehmen / Finanz

Mit Eidgenossen-Aktien durch die Krise

In unsicheren Zeiten bieten Aktien von Unternehmen, die ihr Geld hauptsächlich in der Schweiz verdienen, mehr als Stabilität.

Wenn es im Ausland kracht, sucht man Zuflucht im Inland. Dieser Reflex spielt auch bei Aktienanlegern. Seit Anfang Jahr, also seit die Ängste um steigende Zinsen, Inflation und dann die Ukraine-Invasion die Börsen belasten, konnten sich viele Aktien von inlandorientierten Unternehmen nicht nur gut halten, sondern teils sogar deutlich zulegen. So avancierten die Swisscom-Titel in der Periode um rund ein Zehntel.

In Zeiten boomender Börsen steht die Schweizer Telecom-Marktführerin selten in der Gunst der Anleger, zumal die Aktie als «langweilig» gilt, in den letzten Jahren Wachstum ausblieb und der harte Wettbewerb auf die Margen drückte. Doch jetzt kann Swisscom ihre defensiven Stärken voll ausspielen: 80% des Umsatzes werden in der Schweiz erwirtschaftet (der Rest in Italien) und mit dem Bund als Mehrheitsaktionärin geniesst der Konzern eine implizite Staatsgarantie. Hinzu kommt eine noch hohe Profitabilität und eine Dividendenrendite von 4% – ein perfektes Paket.

Immo bietet Schutz

Nicht nur Swisscom glänzen in unsicheren Zeiten, auch die Aktien der zweitgrössten Immobilienentwicklerin PSP konnten rund ein Zehntel zulegen, beflügelt von einem sehr guten Jahresergebnis – dank Bewertungsgewinnen verdoppelte sich das Ergebnis, die Dividende wurde erhöht (Rendite 3%). Der sonst in engen Bandbreiten verlaufende Kursverlauf vieler Immo-Aktien erweist sich in unsicheren Zeiten als Vorteil und Stabilitätsanker im Portfolio.

Auch die Aktien der ausschliesslich aufs Inlandgeschäft ausgerichteten Kantonalbanken profitieren von den geopolitischen Turbulenzen und der Aussicht steigender Zinsen. Viele KB hatten im für sie wichtigen Zinsdifferenzgeschäft – das auch die Hypothekenvergabe umfasst – bislang mit tiefen bzw. negativen Zinsen zu kämpfen. In diesem Bereich dürften sich die Erträge langsam verbessern.

Am stärksten avancierten im laufenden Jahr die Titel der Waadtländer KB (BCV) mit fast 18%, gefolgt von den Walliser (10%), Zuger und St. Galler Kantonalbanken (9%). Aber auch die von FuW favorisierten Papiere der Graubündner und Luzerner KB konnten sich im garstigen Börsenumfeld mit Avancen von 8 bzw. 5% gut behaupten. Die Aktien der ausschliesslich im Inland tätigen Privatkredit-Bank Cembra konnten sich ebenfalls leicht im Plus halten.

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