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Mit Kernkraftwerken gegen den Klimawandel

Die Aktien von Uranproduzenten haben deutlich zugelegt. Dahinter steckt die Erwartung, dass der Klimawandel nur mit Kernenergie gestoppt werden kann.

Uran tut es den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle gleich. Es wird immer teurer. Zurzeit kostet ein Kilogramm Uranoxid fast 110 $, das ist ein Plus von rund 70% seit August, und ein Niveau, das der Rohstoff nur selten erreicht hat. Davon profitieren Fondsgesellschaften, die physisches Uran aufkaufen, und die Anleger, die in die wenigen kotierten Uranproduzenten investiert sind.

Der grösste Produzent mit einem Marktanteil von mehr als 20% ist das kasachische Unternehmen Kazatomprom. Das ehemalige Staatsunternehmen ist seit 2018 in London und Nur-Sultan kotiert. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Valoren von 16 auf 38 $ mehr als verdoppelt (+144%). Auf Platz zwei folgt das kanadische Unternehmen Cameco, dessen Titel ebenfalls deutlich avancierten (+90%). Das Unternehmen, das ausser Uran auch Dienstleistungen für Unternehmen aus der Kernkraft- und Nuklearbranche anbietet, betreibt Uranminen in Kanada, Kasachstan und den USA. Paladin Energy aus Australien verzeichnete ebenfalls einen markanten Kursanstieg (+238%) und ist ausser im Heimatland noch in Kanada und Namibia kotiert. Zu den Kursgewinnern gehört zudem NexGen Energy (+101%), die wiederum aus Kanada stammt und wie Konkurrentin Cameco in der kanadischen Provinz Saskatchewan aktiv ist.

Uran im Superzyklus?

Die aktuelle Preisrally bei Uran, die einige Marktbeobachter schon als den Beginn eines Superzyklus bezeichnen, ist zum Teil eine Folge des knappen Angebots. Die Minen, die ihre Kapazitäten wegen der niedrigen Preise zurückgefahren haben, können die Nachfrage der laufenden Kernkraftwerke derzeit nicht decken. Doch diese Situation ist nicht neu. Die Lücken wurden bisher mit Lagerbeständen, wiederaufbereitetem Uran oder mit Material aus abgerüsteten Sprengköpfen geschlossen, ohne dass es zu Preissprüngen kam.

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