Märkte / Aktien

«Mit Nestlé-Aktien kann man gut schlafen»

Henrik Muhle, Value-Investor beim deutschen Fondshaus Gané, würde gerne Straumann und andere Schweizer Titel kaufen – doch noch seien sie zu teuer.

Freier Cashflow statt Buchwert – darauf fokussiert der 46-jährige Value-Investor Henrik Muhle bei der Titelauswahl. Er ist Mitgründer und Vorstandsmitglied der im deutschen Aschaffenburg ansässigen Fondsgesellschaft Gané – ein Name abgeleitet von Ganesha, dem indischen Weisheitsgott. Der Mischfonds von Gané enthält neben Aktien und einem kleinen Anteil Anleihen etwa 20% Cash, das zum antizyklischen Einstieg bei Kursrückschlägen genutzt werden soll.

Herr Muhle, Sie konzentrieren sich auf die Auswahl günstiger Aktien, sogenannter Value-Titel. Wie gehen Sie dabei vor?
Die klassische Definition des Value-Ansatzes nach Benjamin Graham ist, ein Unternehmen unter Wert zu kaufen. In diesem klassischen Ansatz verlässt man sich oft auf Bewertungskennzahlen, die sogenannten Multiples. Doch solch eine Methode funktioniert immer schlechter: Zu Grahams Zeiten vor gut hundert Jahren waren die Unternehmen auf leicht zu messendes, physisches Vermögen ausgerichtet, das man liquidieren konnte. Heute sind Firmen dagegen viel mehr auf Dienstleistungen ausgerichtet – das Vermögen liegt eher in den Köpfen der Menschen, in Patenten, starken Marken und der Marktstellung. Und Kennzahlen konzentrieren sich auf das Heute, sie ignorieren künftige Entwicklungen. Klassische Multiples führen dann in die Irre. In der Schweiz gibt es ja viele Beispiele von Unternehmen, die ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweisen – aber konsistent mit starkem Wachstum glänzen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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