Märkte / Derivate

Mit Terminkontrakten gegen Wetterkapriolen

Einst zur Ernteabsicherung erfunden, basieren Futures heute vor allem auf Finanzprodukten.

Grossbritannien im Mai 1837: Seit Wochen hat die Kälte das Land fest im Griff. Auch tagsüber steigt die Temperatur nur selten über fünf Grad Celsius. Stellenweise liegt noch Schnee auf den Feldern, der Boden ist steinhart. An die Aussaat ist nicht zu denken. Vielerorts bleiben die Äcker bis in den frühen Sommer brach. Die Frühlingsmonate sollen als die kältesten überhaupt in die Geschichte eingehen.

Die zweite karge Ernte hintereinander treibt den Weizenpreis bis auf 18 Schilling je Scheffel – eine Verdoppelung gegenüber den Vorjahren. Die Bevölkerung hungert. Das zwingt die britische Regierung, tonnenweise Getreide aus den USA zu importieren. Doch die Fremdreserven der Bank of England reichen nicht mehr. Sie erhöht den Zins deutlich. Angesichts der attraktiveren britischen Renditen fliesst Kapital von den USA nach Grossbritannien. In den USA kommt es zum Bankrun. Die Institute schränken die Kreditvergabe in der Not markant ein. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?