Unternehmen / Schweiz

Mobilezone senkt Gewinnausblick 2020

Schliessung von Läden und Restrukturierung in Deutschland belasten das Ergebnis im ersten Halbjahr. Die Dividende 2020 bleibt aber ein Thema.

(AWP/EM) Die Handyladenkette Mobilezone (MOZN 8.35 2.33%) senkt wegen der Coronakrise und einer Restrukturierung in Deutschland die Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr. In Deutschland soll der indirekte Vertrieb zentral unter dem Dach einer neuen Marke namens Mobilezone Handel gebündelt werden.

Mobilezone-CEO Markus Bernhard erklärt gegenüber FuW, dass die geplante Restrukturierung nicht im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Coronakrise stehe, sondern schon zuvor geplant gewesen sei. Dennoch hat Corona Mobilezone schwer getroffen. Die verordnete Schliessung von Läden hat deutliche Spuren im Geschäftsergebnis der Gruppe im ersten Halbjahr hinterlassen.

Konkret wird der Betriebsgewinn (Ebit) im ersten Semester mit 11 bis 13 Mio. Fr. belastet. In den letzten Wochen waren gemäss Markus Bernhard durchschnittlich nur 40 von 120 Verkaufsstellen in der Schweiz geöffnet. Ein Teil der Belegschaft befinde sich in Kurzarbeit, sagt Bernhard. Er sichert aber zu: «In der Schweiz oder Deutschland ist derzeit kein Stellenabbau geplant, der über die angekündigte Restrukturierung hinausgeht.»

Restrukturierung belastet Ebit

Mit einmaligen Restrukturierungskosten in Deutschland fällt die im März kommunizierte Erwartung für den Ebit 2020 somit auf 38 bis 43 Mio. Fr., nach zuvor 56 bis 61 Mio. Fr. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet das Unternehmen danach einen Ebit im Bereich von 61 bis 66 Mio. Fr.

In Deutschland sollen die indirekten Vertriebsaktivitäten sämtlicher Mobilezone-Gesellschaften in den nächsten Monaten unter dem Dach der neuen Marke Mobilezone Handel zusammengeführt werden. Das betrifft die bisherigen Mobilezone-Deutschland-Handelsmarken SH, TPHCom sowie den indirekten Vertrieb der einsAmobile. Die einsAmobile GmbH konzentriere sich künftig allein auf den Einkauf und den Vertrieb von Mobiltelefonen.

Mobilezone Handel sei an den Standorten Bochum und Münster angesiedelt. Durch die Verlagerung des indirekten Vertriebsgeschäfts von Obertshausen nach Bochum und Münster werde es daher in Obertshausen einen Personalabbau von gegen achtzig Mitarbeitern geben. Die Zusammenlegung wird den Ebit 2020 einmalig mit Restrukturierungskosten von ca. 6 Mio. € belasten.

Die Bündelung schaffe aber gleichzeitig «signifikante» Synergien und jährliche Kosteneinsparungen von 5 Mio. € ab dem Jahr 2021.

Dividende 2020?

Auf die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 hatte die gesenkte Gewinnerwartung keine Auswirkungen. Bereits am 8. April wurde eine unverändert Dividende von 0.60 Fr. pro Aktie beantragt und genehmigt, was aktuell einer Rendite von 7,3% entspricht.

Zu den Auswirkungen des gesenkten Gewinnausblicks auf die Dividende 2020 will sich Markus Bernhard aber noch nicht festlegen. Sollten die angepassten Annahmen zutreffen, sehe man sich jedoch gut aufgestellt, dividendenfähig zu bleiben.

Die Mobilezone-Aktien reagierten am Mittwochmorgen negativ auf die Anpassung des Gewinnausblicks und büssten zeitweise mehr als 3% ein. Seit Anfang Jahr hatten die Papiere bereits rund ein Viertel ihres Werts verloren.

Leser-Kommentare