Unternehmen / Immobilien

Mobimo sieht Pipeline auf Kurs

Das Immobilienunternehmen wird ab 2019 einen Schub erfahren. Die Dividende für das laufende Jahr soll steuerfrei ausfallen.

Christoph Caviezel steuert Mobimo (MOBN 282 0%) in seinem letzten Jahr als CEO durch ein Zwischenjahr. Den Erfolg der unter seiner Leitung lancierten Entwicklungsprojekte wird sein Nachfolger präsentieren. Wie Caviezel an der Anlegerkonferenz Investora ausführte, wird der Verwaltungsrat Ende Oktober seinen Nachfolger wählen.

Trotz geringeren Mieteinnahmen nach einer Portfoliobereinigung und weniger Ertrag aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen wird das Unternehmen auch für das laufende Jahr eine gute Dividende zahlen.

Steuerfreie Dividende

Sie dürfte erneut 10 Fr. je Aktie betragen und für Privatanleger verrechnungssteuerfrei ausfallen, was zuletzt nur noch zum Teil möglich war, weil die Kapitaleinlagereserven zu Ende gingen.

Die Übernahme der Immobiliengesellschaft Fadmatt per 1. September änderte gemäss Caviezel die Situation. Mobimo zahlte die Akquisition zur Hälfte mit Aktien aus genehmigtem Kapital, was dem Unternehmen dank eines Agios Reserven zuführte.

Erhebliches Mietpotenzial

Dank Fadmatt allein werden Mobimos Mieteinnahmen ab 2019 um gut 10 Mio. Fr. steigen. Die erworbene Gesellschaft erweitert Mobimos Wohnportfolio um über 500 Wohnungen in den Kantonen Zürich und Schaffhausen. Der Portfoliowert insgesamt steigt um 0,58 auf 3,1 Mrd. Fr. Durch den Zukauf baut Mobimo das Segment Wohnen von 29 auf 34% aus und verbessert so nach eigener Einschätzung das Risiko-Rendite-Profil.

Zusätzlich zu dieser Expansion kann Mobimo wichtige Entwicklungsprojekte abschliessen wie die Überbauung des Labitzke-Areals in Zürich und der Neubau des Aeschbachquartiers in Aarau. Zusammen mit dem Fadmatt-Beitrag erwartet Caviezel 37 Mio. Fr. zusätzliche Mieteinnahmen für 2020. Gleichzeitig wird die Ertragsbasis für künftige Ausschüttungen gestärkt.

Die Finanzierung der Bauprojekte stellt für Mobimo kein Problem dar. Es sind ausreichend Eigenmittel vorhanden. Zudem hat sich das Unternehmen mit einer im September begebenen Anleihe über 155 Mio. Fr. günstig refinanziert. Der Durchschnittszins wird dadurch gemäss Caviezel bis Ende Jahr unter 2% fallen.

Nachfrage stimmt

Caviezel beurteilt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Schweizer Immobilienmarkt nach wie vor als gut, allerdings weist er auf  mehr politische Risiken hin.

Im Bereich Gewerbeimmobilien ist die Nachfrage gemäss dem scheidenden CEO  gut, wenn es sich um günstige Objekte handelt. Hart sei es er für Detailhandelsimmobilien, während der Büromarkt Boden gefunden habe.

Im Wohnungsmarkt stellt Caviezel längere Absorptionszeiten fest, wenn Objekte in peripherer Lage vermietet werden sollen. Das muss Mobimo auch in Aarau erfahren. Die Nachfrage nach Wohnungen im mittleren Preissegment in zentralen Lagen sei nach wie vor hoch. Mobimo erwirtschaftet jeweils rund ein Drittel der Mieteinnahmen in den Segmenten Wohnen, Büros und Gewerbe.

Aktuell rentieren die Mobimo-Aktien 4,3%. Sie verkehren nach den jüngsten Einbussen mit einem Aufschlag von 6% auf dem inneren Wert. Die zurückgebliebene Kursentwicklung spiegelt den verhaltenen Start ins Jahr 2018 und wohl auch Bedenken zur Fadmatt-Akquisition. Substanzielle Avancen sind kurzfristig nicht zu erwarten. Die Zukunftsaussichten sind aber intakt.

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