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Mobimo leidet kaum unter Coronakrise

Die Gesellschaft behauptet sich dank den vielen Wohnimmobilien gut. Einbussen gibt es bei kommerziell genutzten Objekten.

(AWP/GA) Das Immobilienunternehmen Mobimo (MOBN 276 -0.54%) kann sich den Auswirkungen der Coronapandemie nicht ganz entziehen. So dürfte die Leerstandquote mehr zunehmen als noch im Februar erwartet und die Mieteinnahmen zurückgehen. Insgesamt habe sich das Geschäftsmodell mit dem hohen Anteil von Wohnimmobilien aber bewährt.

Mobimo sei gut durch die von krisengeprägten Monate gekommen, der operative Betrieb weitgehend normal weitergelaufen, teilte die Gruppe am Donnerstag mit. Genaue Angaben über die Auswirkungen sollen Ende Juli bei der Vorlage des Halbjahresberichts gemacht werden.

Bereits klar sei, dass die Coronakrise kaum Auswirkungen auf den Wohnbereich haben werde, der im vergangenen Jahr 39% zum Mietertrag von 125 Mio. Fr. beisteuerte. Dem Unternehmen kommt entgegen, dass die Wohnungen mehrheitlich im mittleren bis günstigen Preissegment angesiedelt sind.

Die Auswirkungen der Schliessungen durch die Behörden spürte Mobimo dagegen bei den kommerziell genutzten Flächen. Gut ein Fünftel des Mietertrags wird mit den vom Lockdown betroffenen Bereichen Detailhandel, Hotel und Gastronomie erwirtschaftet. Dabei war besonders der Bereich Hotel und Gastronomie mit einem Anteil von 10% der Mieteinnahmen betroffen. CEO Daniel Ducrey schätzte die zu erwartenden Mietertragseinbussen bis Ende Jahr auf einen Millionenbetrag im oberen einstelligen Bereich.

Mieterlasse für Kleinbetriebe

Der Betrag umfasse zu einem kleinen Teil bereits gewährte Nachlässe besonders für kleine Betriebe, dazu weitere noch offene Vereinbarungen. Geschäftsmietern mit einem Nettomietzins unter 5000 Fr. und Wiedereröffnung am 27. April  erliess Mobimo die Miete der Monate April und Mai. Eine vergleichbare Regelung hatte zuvor bereits Swiss Prime Site (SPSN 87.85 -0.17%) bekannt gemacht. «Es liegt in unserem ureigenen Interesse, dass wir unseren Mietern entgegenkommen», sagte Ducrey an einer Telefonkonferenz.

Von den Detailhändlern, denen Mobimo Flächen vermietet, arbeiten 80% im Non-Food-Segment, was ebenfalls zu Anpassungen führte. Die Gastronomieanbieter in den grossen Quartieren würden ebenfalls mit einem zweimonatigen Mietzinserlass entlastet, ebenso Restaurants oder Cafés in anderen Liegenschaften mit einem Mietzins unter 5000 Fr.

Nur wenig betroffen waren im Gegensatz dazu Büro- und Gewerbeflächen.

Erstvermietung von kommerziellen Flächen verlangsamt

Mobimo äusserte sich auch zur Leerstandquote. Während die Dynamik im Wohnungsmarkt kaum nachgelassen habe, zeigte sich im Bereich der kommerziellen Flächen mehr Zurückhaltung. Das Unternehmen erwartet per Mitte Jahr voraussichtlich einen Anstieg des Leerstands auf 5,5% von 3,8% Ende 2019. «Die Vermarktung hat sich verlangsamt», sagte Ducrey. Spürbar wurde dies etwa bei der Grossüberbauung Mattenhof in Kriens. Die weitere Entwicklung des Leerstands und der Mieteinnahmen hänge  stark vom generellen wirtschaftlichen Umfeld ab.

Als weiterhin gut wurde die Nachfrage nach Stockwerkeigentum und in der Projektentwicklung für Dritte bezeichnet. Zu Projektverzögerungen ist es gemäss Ducrey bisher nicht gekommen.

Die Mobimo-Aktien notierten nach dem Zwischenbericht in einem insgesamt schwächeren Gesamtmarkt fester. Unter den Branchennachbarn im Immobiliensegment hielten sich Gewinner und Verlierer am Donnerstag etwa die Waage. Im Vergleich seit Anfang Jahr profitierten Mobimo (Kurs minus 1,8%) vom hohen Wohnanteil. Günstig sind die Titel nicht zu haben.

Die komplette Historie zu Mobimo finden Sie hier. »