Unternehmen / Ausland

Mode-Nachfrage beschert LVMH Rekordgeschäft

Das weltgrösste Luxuskonglomerat meldet einen Rekordabsatz und den Gewinn von Marktanteilen bei mehreren Marken.

(AWP) Beim Luxusgüterkonzern LVMH (MC 640.05 +1.01%) brummt das Geschäft stärker als vor der Pandemie. Dank einer grossen Nachfrage aus Asien und den USA lag der Umsatz im ersten Halbjahr 14% höher als in der ersten Jahreshälfte 2019, wie das Unternehmen mit Marken wie Moët Chandon und Louis Vuitton am Montagabend in Paris mitteilte. Im Geschäft mit Mode und Lederwaren nahm das EuroStoxx-50-Schwergewicht so viel ein wie nie zuvor. Auch in Europa lief es besser – allerdings geht die Erholung hier langsamer voran.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die LVMH-Aktien legten am Dienstagvormittag in Paris um etwas mehr als 1% auf 681 € zu und gehörten damit zu den wenigen Gewinnern im Leitindex EuroStoxx 50. Seit dem Jahreswechsel haben die Papiere bereits rund ein Drittel an Wert gewonnen und werden inzwischen mehr als anderthalb Mal so teuer gehandelt wie vor dem Corona-Crash an den Finanzmärkten im Februar 2020.

Noch deutlicher fällt das Kursplus über die vergangenen fünf Jahre aus: Verglichen zum Sommer 2016 stieg der Börsenwert des Konzerns um mehr als 300% auf rund 340 Mrd. €. LVMH ist damit inzwischen das mit Abstand wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas. Vor fünf Jahren lag das Unternehmen in dieser Rangliste noch auf Platz 18. Fast die Hälfte der Anteile gehören dem Konzernchef Bernard Arnault, der nach dem jüngsten Kursanstieg zu den reichsten Männern der Welt zählt.

Arnault sprach von einer hervorragenden ersten Jahreshälfte für sein Unternehmen. Denn nach dem herben Geschäftseinbruch von 2020 legte nicht nur der Umsatz um mehr als die Hälfte zu: Der Nettogewinn verzehnfachte sich auf 5,3 Mrd. € und lag damit 62% höher als im ersten Halbjahr 2019, also vor der Pandemie. Im fortgeführten Geschäft sprang der Überschuss im Vergleich zu 2020 von 1,7 auf 7,6 Mrd. € – 44% mehr als 2019 und eine Milliarde mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Branchenexperten mehrerer Banken setzten nach den Nachrichten ihre Kursziele für die LVMH-Aktien nach oben. Alle Konzernsparten hätten seine Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Piral Dadhania von der Investmentbank RBC. Zudem wertete die Aussagen des Managements zur Entwicklung der Margen positiv.

Besonders stark stieg im ersten Halbjahr die Nachfrage nach Mode und Lederwaren: Die mit Abstand grösste Konzernsparte mit Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior und Celine erreichte einen Umsatz von 13,9 Mrd. €. Auf vergleichbarer Basis und bei stabilen Währungskursen entsprach dies einem Zuwachs von 38% im Vergleich zu 2019 – und einem Plus von 81% im Vergleich zum pandemiegeprägten ersten Halbjahr 2020.

Auch im Geschäft mit Weinen und Spirituosen sowie mit Uhren und Schmuck sprudelten die Umsätze kräftiger als im Jahr vor der Pandemie. LVMH hatte Anfang Jahr den US-Juwelier Tiffany übernommen. Dagegen herrscht in der auf Touristen spezialisierten Retailsparte wegen der vielfachen Reisebeschränkungen noch immer Flaute.

Leser-Kommentare