Märkte / Aktien

SMI fällt unter 11’000 Pkte auf Tagestief

Der Schweizer Aktienmarkt startet am Donnerstag mit moderaten Aufschlägen in den Handel.

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag trotz erfreulicher Unternehmensergebnisse und Konjunkturdaten aus dem In- und Ausland schwächer geschlossen. Nachdem zunächst gute Zahlen der Blue Chips den Markt noch gestützt hätten, sei es im Verlauf vermehrt zu Gewinnmitnahmen gekommen, hiess es am Markt. «Wir befinden uns noch immer in einer Konsolidierungsphase», sagte ein Händler.

Die generelle Stimmung bleibe zwar gut, aber die Marktteilnehmer fragten sich, ob ein kräftiger Konjunkturaufschwung und die sehr guten Firmenergebnisse nicht allmählich ausreichend eskomptiert seien. Zudem hielten sich trotz anderslautender Aussagen der US-Notenbank Fed die Befürchtungen, dass das Ende der ultralockeren Geldpolitik absehbar sei. Daher wirkte die Zinsentscheidung des Fed vom am Vorabend auch nicht mehr als der Kurstreiber, so der Händler.

Der SMI (SMI 12'013.83 -0.3%) schloss um 0,22% tiefer auf 11’079,51 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, sank um 0,14% auf 1800,14 und der breite SPI (SXGE 15'455.72 -0.32%) um 0,21% auf 14’257,82 Zählern. 20 SLI-Werte schlossen tiefer und zehn höher.

Im Rampenlicht standen die Aktien von Börsenneuling Polypeptide, die den ersten Handelstag zu 78,20 Franken schlossen. Das ist ein Aufschlag von 22% gegenüber dem Zuteilungspreis von 64 Franken. Die Aktie startete zu 72,50 Franken und erreichte bei 78,50 Franken das Tageshoch. Die Umsätze waren mit rund drei Millionen Aktien sehr gross. Insgesamt wurden 11,5 Millionen Titel ausgegeben. Dazu kommt noch ein Greenshoe von 1,73 Millionen Titel. Polypeptide stellt wie Bachem (BANB 582.00 -0.17%) (-02%) Peptide unter anderem für die Pharma-, Biotechnologie- und Kosmetikfirmen her.

Bei den Standardwerten führten Straumann (STMN 1'637.50 +0.68%) (+7,3%) die Gewinner an. Der Dentalimplantatehersteller hat im ersten Quartal einen kräftigen Wachstumsschub erfahren und dabei selbst die kühnsten Schätzungen der Analysten klar übertroffen und zudem auch gleich die Vorgaben für dieses Jahr angehoben.

Der Telekomkonzern Swisscom (SCMN 545.80 +0.44%) (+4,4%) schnitt im 1. Quartal ebenfalls besser als vom Markt erwartet ab. Zudem überraschte der Platzhirsch mit der gleichzeitig angekündigten Glasfaserpartnerschaft mit Konkurrent Salt.

Dagegen reagierten die Anleger bei Logitech (LOGI 101.25 -8.82%) (-3,9%) trotz eines sehr guten Quartalsberichts des Corona-Profiteurs mit Gewinnmitnahmen. «Logitech zählt seit Jahren zu den besten Aktien an der Schweizer Börse und notiert zudem nahe dem Jahreshoch», sagte ein Händler.

Auch bei Clariant (CLN 19.20 +0.42%) (-4,2%) halfen gute Zahlen nicht. Händler erklärten das Kursminus mit den Unsicherheiten im Zusammenhang mit einer rechtlichen Auseinandersetzung in den USA, wo der Konzern wegen in früheren Jahren hergestellten Chemikalien verklagt wurde. Das Geschäft hatte Clariant allerdings bereits 2013 verkauft.

Auf der Gewinnerliste standen noch die als defensiv geltenden Nestlé (NESN 114.54 +0.19%) (+0,7%), Givaudan (GIVN 4'466.00 +0.93%) (+0,4%) und Sonova (SOON 349.00 +0.37%) (+1,1%). Lonza (LONN 682.20 -0.55%) (+2,5%) profitierten davon, dass die Produktion des Moderna-Covid-19-Impfstoffs in Visp verdoppelt werden soll. Dagegen gaben die beiden Pharmaschwergewichte Roche (ROG 345.35 +0.23%) (-0,8%) und Novartis (NOVN 83.00 -0.61%) (-1,1%) nach.

Auf der Verliererseite waren zudem Zykliker zu finden. So litten Kühne+Nagel (-1,3%) aber auch Geberit (GEBN 732.80 0%) (-1,3%) unter negativen Analystenkommentaren. Schindler (SCHP 288.60 +0.56%) PS (-1,5%) setzen die Vortagesschwäche fort. Der Konkurrent Kone (KNEBV 70.50 -0.45%) habe am Vortag mit dem enttäuschenden Auftragseingang die Unsicherheit vor den morgigen Schindler-Zahlen geschürt, hiess es.

Bei den Finanzwerten fielen CS am Tag vor der Generalversammlung um 0,8%. Swiss Re (SREN 83.32 -0.5%) (-1,6%), die am Freitag den Quartalsbericht veröffentlichen, gaben nach.

Im breiten Markt fielen Santhera (SANN 2.30 +0.44%) (-7,9%) mit deutlichen Abgaben auf. Laut Firmenangaben bleibt die weitere Zukunft wegen finanzieller Engpässe ungewiss. Unter Druck standen zu dem Autoneum (AUTN 176.30 +1.26%) (-67%), was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Zudem hiess es, der akute Chip-Mangel könnte bei den Autoherstellern zu Produktionsdrosselungen führen.