Unternehmen / Ausland

Moderna weckt Impfstoff-Hoffnungen

Der Impfstoffkandidat von Moderna gegen Corona habe in ersten Tests robuste Ergebnisse erzielt. Ende Juli soll eine Wirksamkeitsstudie durchgeführt werden.

(Reuters) Der US-Biotechkonzern Moderna hat mit positiven Studienergebnissen Hoffnungen an den Börsen auf eine Zulassung seines potenziellen Coronavirus-Impfstoffes geschürt.

In einer weiter laufenden klinischen frühen Studie habe sich der Impfstoff als sicher erwiesen und eine Immunantwort bei allen 45 Freiwilligen, die an der Untersuchung teilnahmen, hervorgerufen, erklärten US-Wissenschaftler. Nach zwei Dosen des Impfstoffes zeigte sich bei den Studienteilnehmern ein hohes Niveau virusneutralisierender Antikörper, das das durchschnittliche Niveau von genesenen Covid-19-Patienten überstieg, wie aus den im Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht. Moderna will nun Ende Juli eine entscheidende Wirksamkeitsstudie mit 30’000 Teilnehmern mit dem Impfstoff in den USA starten.

An den asiatischen Börsen machte sich am Mittwoch Optimismus breit, die Kurse legten zu. «Der Impfstoff ist mehr als ein Show-Stopper. Er ist der ultimative Rezessions-Stopper», sagte Stephen Innes, Marktstratege beim Handelshaus AxiCorp. Auch der deutsche Leitindex Dax (DAX 12901.34 -0.71%) wurde davon angetrieben. Moderna-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um mehr als 15%.

Moderna hatte als erstes Unternehmen Mitte März eine klinische Studie der Phase I mit einem potenziellen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gestartet. Die US-Regierung unterstützt das Projekt mit nahezu einer halbe Milliarde Dollar. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), Anthony Fauci, sprach von «guten Nachrichten» mit denen man «sehr zufrieden» sei. Die Zulassung eines Impfstoffes könnte ein Wendepunkt für den US-Konzern werden, der seit seiner Gründung vor knapp zehn Jahren bis heute noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht hat.

Moderna will um den 27. Juli herum eine Wirksamkeitsstudie der klinischen Phase III mit seinem Impfstoffkandidaten starten. Dabei soll der Impfstoff in 30 US-Bundesstaaten, darunter in den vom Virus stark betroffen Staaten Texas, Kalifornien, Florida, Georgia, Arizona sowie Nord und Süd South Carolina, und in Washington D.C. getestet werden. Die USA haben in den vergangenen Tagen Rekordzahlen neuer Coronavirus-Fälle gemeldet, wobei ein Großteil des Anstiegs aus diesen Staaten stammt. Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen das Virus. Ein solcher wird aber als entscheidend angesehen, um die Pandemie zu beenden.

Moderna hat sich wie die deutschen Unternehmen BioNTech (BNTX 68.64 -3.32%) und CureVac, die ebenfalls an einem Corona-Impfstoff arbeiten, auf Impfstoffe auf Basis der so genannten Boten-RNA (mRNA) spezialisiert. Sie soll den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Auch BioNTech will mit seinem Partner Pfizer (PFE 38.06 -0.29%) Ende Juli eine große klinische Wirksamkeitsstudie mit seinem vielversprechendsten Impfstoffkandidaten starten.

 

Leser-Kommentare