Unternehmen / Ausland

Mohammed Sanusi Barkindo: Das unbekannte Gesicht der Opec

Der Chef der Organisation erdölexportierender Länder ist wenig bekannt. Dabei hat er massgebliche Veränderungen bewirkt.

Die Energiepreise notieren auf Mehr­jahreshöchst. Die Organisation erdöl­exportierender Länder Opec hat es in der Hand, mit einer Ausweitung der ­Ölfördermenge zumindest zu einer ­Stabilisierung der Preise beizutragen. An der Zusammenkunft am Montag ­entschied sich das Gremium allerdings dafür, die Produktion nicht über die ­ohnehin geplante Ausweitung hinaus aufzustocken. Die Preise der Erdölsorten Brent und WTI stiegen in der Folge deutlich, der breite Markt hingegen reagierte besorgt.

Die Opec, die sich selbst gern als Zentralbank der Rohstoffe bezeichnet, beeinflusst die Märkte wie wenige andere Gremien. Und dennoch ist ihr Chef, Generalsekretär Mohammed Sanusi Barkindo, wenig bekannt. Dies auch, weil  er vor allem repräsentative Aufgaben erfüllt. Der Einfluss des General­sekretärs ist formell limitiert, da die Opec-Mitgliedstaaten selbst über die Förderpolitik entscheiden. Barkindo hat die Branche seit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 dennoch massgeblich geprägt.

Russland mit am Tisch

Seinen grössten Coup landete der 62-Jährige gleich mit seinem ersten offiziellen Opec-Meeting im Dezember 2016, als er Russland an den Verhandlungstisch brachte. Das war damals entscheidend, um durch die globale Drosselung der Förderung den tiefen Ölpreis zu stabilisieren. Inzwischen hat sich dieser erweiterte Kreis unter dem Namen Opec+ ­etabliert, und Länder wie Russland, aber auch Mexiko oder Kasachstan sind regelmässig mit eingebunden. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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