Liberias Hauptstadt Monrovia – in deren Gassen mit Hingabe gekickt wird – ist nach dem fünften amerikanischen Präsidenten benannt: James Monroe. Während seiner Amtszeit, 1822, wurde an der westafrikanischen Küste eine Ansiedlung gegründet, von der American Colonization Society. Dieser Klub weisser Notabeln (gefördert u. a. von Monroe) «repatriierte» frei geborene oder in die Freiheit entlassene Schwarze. Einige zehntausend Menschen wanderten in das Gebiet aus, das sich 1847 als Liberia für unabhängig erklärte. Dort bildeten die Transplantierten eine Kolonialherren-Kaste, die mit den Einheimischen nichts verband. Von Sklaven abstammende Oligarchen bauten sogar Sklavenhalter-Villen im Stil von «Gone with the Wind». Sie beherrschten das Land, das vom Export von Rohstoffen wie Kautschuk oder Eisenerz lebt, und seine afrikanische Mehrheit bis 1980. Darauf folgten Bürgerkriegswirren; viele Amerika-Liberianer flohen – in die USA. Neulich ist ein Fussballstar a. D. einwandfrei demokratisch ins Präsidentenamt gelangt: George Weah, einst Stürmer für Monaco, Milan, Man City usf. Weah, 51, gehört zum Stamm der Kru, keine Dixieland-Ahnen. Jetzt spielt der Weltfussballer von 1995 die Partie seines Lebens.