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Moody’s senkt Rating von Julius Bär wegen Finma-Rüge

Die Ratingagentur passt wegen Mängeln der Bank bei der Geldwäschereibekämpfung ihr Langfrist-Rating nach unten an.

(AWP) Die Ratingagentur Moody’s reagiert auf die Kritik der Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) am Geschäftsgebaren von Julius Bär (BAER 31.24 1.07%). Sie senkt verschiedene Krediteinstufungen der Privatbank. Das Langfrist-Rating wird auf «A3» von «A2» heruntergesetzt.

Das langfristige Deposit-Rating wird auf «Aa3» von «Aa2» zurückgenommen, wie Moody’s am Freitag mitteilte. Das Deposit-Rating schätzt die Wahrscheinlichkeit ein, dass eine Bank Einlagen und Zinsen rechtzeitig und vollständig zurückzahlen kann. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Die Basiskreditrisiko-Einschätzung (BCA) wurde ebenfalls auf «a3» von «a2» gesenkt. Auch weitere Ratings passte Moody’s an.

Die Finma hatte bei Julius Bär schwere Mängel in der Geldwäschereibekämpfung festgestellt, wie sie Mitte Februar bekanntgab. Die Bank muss laut Finma «wirkungsvolle» Massnahmen zur Durchsetzung der geldwäschereirechtlichen Pflichten ergreifen und die fehlgeleitete Vergütungspolitik anpassen. Dazu stellt ihr die Finma einen Aufpasser ins Haus.

Moody’s geht davon aus, dass die Anpassungen einen substanziellen Teil der Ressourcen der Bank sowie der Aufmerksamkeit ihrer Manager in Anspruch nehmen. Zudem zeige das Verhalten der Bank, dass sie einen stärkeren Risikoappetit als gedacht gehabt habe.

Das Fehlverhalten von Julius Bär steht im Kontext der mutmasslichen Korruptionsfälle rund um den staatlichen venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela S.A. PDVSA und den Fussballverband Fifa. Festgestellt wurden die Mängel im Zeitraum von 2009 bis Anfang 2018. Damals war Boris Collardi CEO des Instituts. Collardi ist seit Mitte 2018 Teilhaber und Co-Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts der Genfer Pictet-Gruppe.

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