Unternehmen / Schweiz

Munter durch die Sommerpause

Ausserbörsliche Aktien Schweiz: Repower sind nach Zahlen gesucht. Weleda tendieren weiterhin freundlich.

André Spillmann

Die Publikation einer Reihe von Halbjahresabschlüssen hat die Handelsaktivität im ausserbörslichen Segment im August gesteigert. Die gehandelten Volumen erhöhten sich um mehr als ein Drittel auf 8,8 Mio. Fr. nach 6,6 Mio. Fr. im Vormonat.

Die Zahl der Abschlüsse ging auf 406 zurück, im Juli waren es 474 gewesen. Der eKMU-X-Index, der die grössten und am aktivsten gehandelten Gesellschaften der ZKB-Handelsplattform umfasst, ging im August 0,64% auf 1176,5 zurück. Im Vergleich zum Swiss Mid Cap Index (SMIM (SMIM 2731.2 0.33%)) waren die Abgaben bescheiden, verlor dieser in der gleichen Periode doch knapp 2% bei hoher Marktvolatilität.

Auf grosses Interesse stiessen die Halbjahreszahlen des Energiedienstleisters Repower. Die Bündner erzielten im ersten Semester eine Gesamtleistung von 1,02 Mrd. Fr. Das war etwas weniger als im Vorjahr, der Ebit konnte aber von 9 auf 56 Mio. Fr. gesteigert werden. Dazu trug der Markt Schweiz rund ein Drittel bei, der Markt Italien rund zwei Drittel. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 49 Mio. Fr. nach einer schwarzen Null im Vorjahr. Für das Gesamtjahr wird ein Jahresergebnis über dem Vorjahresniveau erwartet. Die guten Zahlen und der positive Ausblick beflügelten die Aktien, die 13,5% vorrückten.

Weisse Arena kommen voran

Solide Kursgewinne gab es bei der Weisse Arena Gruppe (+4,2%), die Mitte August den Geschäftsbericht 2018/2019 vorlegte. Wie die meisten Tourismusbetriebe profitierten die Bündner von den idealen Wetterbedingungen. Der Umsatz stieg 10,6% auf 97 Mio. Fr., der Ebitda wuchs 14% auf 24,2 Mio. Fr. und der Gewinn verdoppelte sich auf 4,4 Mio. Fr. Ebenfalls eifrig gekauft wurden die Aktien Dolder Hotel (+5,4%). Auch Weleda (Weleda 4530 0%) (PS, +3,8%) erfreuten sich reger Nachfrage. Die Titel des anthroposophischen Kosmetik- und Medikamentenherstellers stiegen seit Jahresbeginn bereits über 8%.

Die Wasserwerke Zug (Wasserwerke Zug 13660 -0.29%) WWZ legten Eckdaten für das erste Halbjahr vor. Die Energienachfrage verlief unterschiedlich. Erdgas (Erdgas 2.328 3.79%) zum Heizen war vermehrt gefragt, Prozessgas für Industriekunden hingegen weniger. Der Umsatz legte 6% zu, der Ebit stieg 7% über das Vorjahresniveau und die Ebit-Marge blieb mit 17% stabil. Der Finanzertrag nahm dank der guten Entwicklung an den Kapitalmärkten markant zu. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet, das Finanzergebnis soll besser ausfallen und der Gewinn insgesamt steigen. Trotz leichter Kursabgaben (–2,7%) wurden die Titel rege gehandelt.

Auf Konsolidierungskurs befinden sich zudem Rigi Bahnen (–6,2%), seit im Mai mit 12.95 Fr. ein 52-Wochen-Höchst erreicht wurde. Aktuell kosten die Titel noch 10.60 Fr. Bei Stadtcasino Baden (Stadtcasino Baden 660 -6.38%) (–4,9%) scheint der Onlineboom abzuflauen. Bisher waren die Titel rege gefragt, nachdem die Badener ins Online-Glückspiel eingestiegen waren. Auch die Schilthornbahn-Aktien litten unter leichten Abgaben, weil Anleger vermutlich auf die Details zur geplanten Kapitalerhöhung warten.

Rapid bewegen sich seitwärts

Die Industriegruppe Rapid legte ein verhaltenes Halbjahresresultat vor. Der Hersteller der Einachser-Landmaschinen verzeichnete einen Umsatzrückgang von 8,4% auf 26,2 Mio. Fr. Es wurden weniger Aufträge für Einachsgeräte sowie für das Contract Manufacturing eingeholt. Der Ebit ging 43% auf 2,4 Mio. Fr. zurück, der Gewinn sank 39% auf 2,1 Mio. Fr. Der Ausblick ist vorsichtig, da im zweiten Halbjahr typischerweise weniger Aufträge aus der Landwirtschaft eingehen. Für Dividendenjäger steht die Anpassung der Ausschüttungspolitik im Fokus. Künftig soll sie wieder an das Geschäftsergebnis geknüpft werden; die Aktien reagierten bisher kaum auf die News.

Aus dem Medienbereich rapportierte Neue Zürcher Zeitung die Halbjahreszahlen. Sie sind nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, da die ehemaligen NZZ-Regionalmedien in eine neue Gesellschaft ausgelagert wurden. An der so entstandenen CH Media ist die NZZ (NZZ 4950 0%) mit 50% beteiligt. Für das erste Halbjahr meldete die NZZ-Gruppe einen betrieblichen Gesamtertrag von 110,3 Mio. Fr. Bereinigt ergibt sich ein Umsatzwachstum von 2%. Die Zahl der Abonnenten stieg seit Juli 2018 um 5%. Als Ebit werden 8,2 Mio. Fr. genannt, das Gruppenergebnis erreichte 9,4 Mio. Fr. Die NZZ-Gruppe will den Fokus auf das Wachstum im Nutzermarkt legen, dazu soll die Digitalisierung weiter forciert werden.

Die Situation im Mediensektor wird spannend bleiben, nachdem der Bundesrat letzte Woche das geplante Mediengesetz versenkte. Zeitungen und kostenpflichtige Onlinemedien sollen jedoch stärker unterstützt werden. Wie dies aussehen soll, ist noch nicht ganz klar, aber den Verlagen dürfte es helfen. Der Handel mit Aktien aus dem Mediensegment verläuft seit einiger Zeit in ruhigen Bahnen, der Trend zeigt jedoch nach unten.

Die Gesellschaft Schweizer Zucker (Zucker 0.1352 0.75%) erwartet aufgrund der zweiten Proberodung eine durchschnittliche Ernte mit unterdurchschnittlichem Zuckerertrag. Die Pflanzen haben sich an den meisten der vierzig Standorte in der Schweiz gut von Hitze und Trockenheit erholt. Der Aktienkurs der Schweizer Zucker hat sich in den vergangenen Wochen kaum bewegt, wohl auch weil der Zuckerkonsum gesellschaftlich zunehmend unter Druck gerät.

Nach der Sommerpause wird der Aktienhandel wohl etwas lebhafter verlaufen. Der Herbst wird, wie üblich, von den anstehenden Generalversammlungen und den Berichterstattungen der Bergbahn- und Tourismusbetriebe geprägt.

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