Im Frühjahr 1498 lief der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama auf seiner Reise nach Indien ein Inselchen vor der Küste Ostafrikas an. Dort hatte ein arabischer Händler namens Mussa Bin Bique das Sagen. Nicht mehr lange freilich, denn wenige Jahre später bauten die Portugiesen das ­Eiland, das sie nach dem Vorbesitzer «Ilha de Moçambique» benannten, zum Stützpunkt aus; von dort aus nahmen sie die Küste und das Inland in Besitz, unter Weiterverwendung der Marke Mussa. Erst 1975 entliess Lissabon die weitläufige Kolonie – gut neunzehnmal so gross wie die Schweiz – in die Unabhängigkeit; bislang allerdings ist die Republik Moçambique (schriftbildlich edler als das krude deutsche «Mosambik») keine Erfolgsgeschichte. Nun hat es die Nordprovinz Cabo Delgado zu unrühmlichen Schlagzeilen geschafft: Der französische Konzern Total bricht dort den Bau einer gigantischen Anlage zur Verflüssigung von Erdgas einstweilen ab. Im Hinterland wüten seit Jahren Islamisten – Tausende Menschen fliehen, das World Food Programme der Uno, neben anderen, muss helfen, wie hier bei der Zuteilung von Not­rationen im vergangenen Jahr. Nun sind dem Multi die ­Rebellen zu nahe gerückt. Kapital ist ein scheues Reh. (Bild: Falume Bachir/World Food Program via AP)