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Namenswechsel drückt auf Gewinn der Bank Cler

Die Bank Cler verdient im vergangenen Geschäftsjahr deutlich weniger. Zwei einmalige Ergeinisse erhöhen den Geschäftsaufwand markant.

(AWP) Die Bank Cler (BC 52.4 0.77%) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2017 weniger verdient als 2016. Nicht zuletzt der Namenswechsel hat die ehemalige Bank Coop viel gekostet. Für 2018 rechnet das Institut wieder mit einem leicht höheren Gewinnniveau.

Konkret erreichte der Gewinn 38,3 Mio CHF nach 45,7 Mio. Die Dividende soll gleichwohl unverändert bei 1,80 Fr. pro Papier zu liegen kommen. Für die Tochtergesellschaft der Basler Kantonalbank (BKB) sind ausserdem Geschäftsertrag sowie Geschäftserfolg zentrale Erfolgsgrössen. Der Geschäftsertrag stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 4,5% auf 256,4 Mio. Fr. Der Geschäftserfolg sank hingegen deutlich um 38% auf 48,4 Mio. Fr.

Zwei Ereignisse erhöhen Geschäftsaufwand

Zwei einmalige Ereignisse führten zu einem deutlichen Anstieg des Geschäftsaufwands um 23% auf 198,0 Mio. Fr. Einerseits der Namenswechsel von Bank Coop zu Bank Cler, sowie Kosten bei der Pensionskasse im vergangenen September. Damals senkte die Bank den technischen Zinssatz von 2,5 auf 1,5% und schoss als Arbeitgeber 15 Mio. respektive 10 Mio. Fr. in die Pensionskasse ein.

Betrachtet man die Hypothekarforderungen, so wuchsen diese – bei einer laut Cler unveränderten Risikopolitik – mehr als doppelt so stark wie im Vorjahr um 3,9% oder 555,9 Mio. Fr. Im Zuge einer Neuausrichtung des Firmenkundengeschäfts hätten die kommerziellen Kredite als Teil der Forderungen gegenüber Kunden aber um 154,2 Mio. Fr. abgenommen. Insgesamt beliefen sich die Kundenausleihungen der Bank Cler per Ende 2017 auf 14,9 Mrd. Fr.

Kundeneinlagen von 12 Mrd. Fr.

Im Gegensatz dazu erreichten die Kundeneinlagen ein Volumen von 12,0 Mrd. Fr. Um sich zu refinanzieren, hat die Bank die Emissionen der Pfandbriefbank schweizerischer Hypothekarinstitute genutzt und ihren Bestand um netto 387,0 Mio. Fr. ausgebaut, heisst es. Als weiteres Instrument hat Cler im November 2017 ausserdem eine erste Anleihe unter dem neuen Namen über eine Höhe von 190,0 Mio. Fr. auf den Markt gebracht. Die Eigenmittel konnten derweil um 13,6 Mio. Fr. gestärkt werden.

Betrachtet man noch detailliert den für die Bank wichtigsten Ertragspfeiler, das Zinsengeschäft, so stieg der Brutto-Erfolg hier um 1,4% auf 174,2 Mio. Fr. Nach Auflösung von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen im Umfang von 12,7 Mio. Fr. (2016: 1,9 Mio. Fr.) resultiert ein im Vergleich zum Vorjahr um 7,5% höherer Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft von 186,9 Mio. Fr.

Bank rechnet 2018 mit stabiler Ertragssituation und leicht höherem Gewinnniveau

Für den weiteren Ausblick gibt sich die Bank vorsichtig optimistisch und rechnet mit einer stabilen Ertragssituation. Konkret sagt sie, man rechne 2018 mit einem anhaltenden Tiefzinsumfeld, geprägt von einer unveränderten Negativzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank, sowie mit einem eher rückläufigen privaten und gewerblichen Wohnungsbau.

Trotzdem sehe man Ertrags- und Wachstumschancen, vor allem dank fortgesetzter Investitionen. Dabei nennt die Bank vor allem die Lancierung ihrer App Zak, die sie in den kommenden Wochen schweizweit in einer grossen Werbekampagne bekannt machen möchte. Mit der App sollen Kunden der Bank ihre Bankgeschäfte ausschliesslich mit dem Smartphone erledigen können – ohne Geschäftsstelle oder klassisches E-Banking.

Trotz dieser Investitionen rechnet die Bank 2018 mit einer Entlastung auf der Kostenseite und einem leicht höheren Gewinnniveau. Die bisherige Dividendenpolitik soll laut den Angaben ausserdem unverändert weitergeführt werden.

Die komplette Historie zu Bank Cler finden Sie hier. »

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