Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Historische Währungsunionen
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Napoleon plante den Franc als Weltwährung

Die Lateinische Münzunion vereinte Frankreich, Italien, Belgien und die Schweiz. Sie scheiterte letztlich an der Schuldenpolitik ihrer wichtigsten Mitglieder.

Der Euro hat viele Vorläufer. Seit Jahrhunderten versuchten Staaten immer wieder, ihre Währungen zusammenzulegen, sei es, um politisch enger aneinanderzurücken oder um wirtschaftliche Vorteile aus einem gemeinsamen Währungsraum zu ziehen. Wenige dieser Projekte weisen so viele Parallelen mit der heutigen Euro-Währungsunion auf wie die Lateinische Münzunion, die Napoleon III. in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts lancierte.

Vor allem trifft dies auch für die Rhetorik zu, die ihre Anhänger verwendeten. Der wichtigste Befürworter, der französische Parlamentarier Félix Esquirou de Parieu, verstand die Währungszusammenarbeit als friedenstiftende Politik. Mit einer Währungsunion würden Kriege in Europa unmöglich, sagte er, wie mehr als  hundert Jahre später die Gründungsväter der Eurozone. Die neue Währung sollte den Namen «Europa» tragen, skizzierte de Parieu. Und die Währungsgemeinschaft sollte in eine Europäische Union eingebettet werden, mit eigenem Parlament und einem gemeinsamen Binnenmarkt.

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