«Soldatenleben, ja, das heisst lustig sein» – zu Friedenszeiten hat die muntere Weise etwas Wahres: Wehrkraft durch Schabernack. Der spanische Panzersoldat, der sich einen Kochtopf aufsetzt, spielt das für die Moral in allen Armeen uner­lässliche «Kompaniekalb», wie der eidgenössische Terminus technicus lautet. Doch das Manöver hier war alles ­andere als unernst. Im Mai übten Tanks aus Deutschland, ­Italien, Lettland, Norwegen, Polen, der Slowakei und Spanien gemeinsam auf einem Truppenübungsplatz bei Riga. Trainiert wurden Kooperation, Interoperabilität, Mobilität. Das war natürlich ein Signal an den «BöFei», im Schweizer Soldatenjargon für böser Feind, jetzt Russland. Was für die Troupiers die Taktik, ist für die Staatslenker die Strategie: Am 29. und 30. Juni werden die Spitzenpolitiker der dreissig Nato-Länder in Madrid über die gemeinsame Sicherheit der Allianz beraten – Stelldichein in Madrid, weil Spanien vor vierzig Jahren dem Bündnis beitrat. Die Konferenz steht unter dem alarmierenden Eindruck des putinschen Überfalls auf die Ukraine. Der Nato-interne Spielverderber ist auch so ein strapaziöser «starker Mann», Ankaras Machthaber Erdogan. Er blockiert den Beitritt Finnlands und Schwedens. Einstweilen.