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Wenn es ein Synonym gibt für das deutsche Wirtschaftswunder, dann Neckermann, das legendäre Versandhaus. Unternehmensgründer Josef Neckermann (1912–1992) war ein prominenter Wirtschaftskapitän, der die Stimmung in der jungen Bundes­republik – ganz der Zukunft zugewandt! – perfekt verkörperte. Nicht ganz untypisch war auch die bräunliche Vergangenheit. Neckermann hatte in der Nazizeit Geschäfte von jüdischen Kaufleuten erworben, die ihr Eigentum zu Spottpreisen an «Arier» abtreten mussten (so etwa den Textilbetrieb von Karl Amson Joel, dem Grossvater des US-Musikers Billy Joel). Während des Kriegs lieferte Neckermann Uniformen. Ab 1948 kam in den Westzonen mit der Währungsreform Schwung in die Wirtschaft. 1950 startete der Neckermann Versand in Frankfurt mit seinem ersten Katalog, der 100 000 Haushalte erreichte. Der Nachholbedarf der Konsumenten war enorm, Neckermann bediente ihn mit Billigpreisen. Der Katalog wurde bald in Millionenauflage versandt, das Sortiment wuchs in die Breite, bspw. Reisen. Josef Neckermanns olympische Erfolge im Dressurreiten 1964 und 1968 sorgten für Gratiswerbung. In diesen Jahren erreichte der Umsatz Milliardenhöhe; damals entstand der Slogan «Neckermann macht’s möglich». Das Modell – Masse statt Marge – war ab den Siebzigerjahren jedoch nicht mehr möglich. Nach etlichen Irrungen und Wirrungen folgte 2012 die Insolvenz.

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