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Negativzinsen nun auch bei Pictet

Der Vermögensverwalter mit Sitz in Genf gibt bekannt, dass ab dem 1. März eine Gebühr von 0,75% auf Frankenkonten von Grossanlegern fällig wird.

(Reuters) Ein weiterer Schweizer Vermögensverwalter reicht die Negativzinsen der Notenbank SNB (SNBN 5870 3.89%) an einen Teil der Kunden weiter. Die Genfer Pictet erhebt ab dem 1. März eine Gebühr von 0,75% auf Franken-Konten, wie ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage von Reuters sagte. Die Regelung gelte für institutionelle Kunden wie Pensionskassen und Firmen ab Vermögen von 1 Mio. Fr. Privatkunden seien von der Massnahme nicht betroffen. Pictet ist nach UBS (UBSG 13.44 0.6%) und Credit Suisse (CSGN 13.68 0%) der drittgrösste Vermögensverwalter der Schweiz.

Um den Zustrom von ausländischen Geldern in den Franken zu bremsen, hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 22. Januar Negativzinsen auf Einlagen von Banken eingeführt. Eine ganze Reihe von Geldhäusern haben bereits reagiert und reichen die Gebühren an einen Teil der Kunden weiter. Neben UBS und Credit Suisse gehört auch die Privatbank Lombard Odier dazu. Insbesondere für Privatbanken ist diese Entscheidung heikel. Geben sie die Strafzinsen an die Kunden weiter, könnten zumindest einzelne von ihnen ihre Franken-Konten zu einer anderen Bank verlegen oder ganz abspringen. Übernimmt die Bank die Gebühr, verdient sie ebenfalls weniger. Pictet führe die Negativzinsen erst im kommenden Monat ein, um die die Kunden Zeit zu geben, Alternativen zu prüfen.

Auch in Deutschland verlangen mehrere Banken von Kunden Gebühren, wenn sie kurzfristig grosse Summen bei ihnen anlegen.

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