Unternehmen / Konsum

Nestlé-CEO: Balance zwischen Wachstum und Marge funktioniert

Seit Anfang 2018 sieht es für den Nahrungsmittelriesen wieder besser aus. Das organische Wachstum nimmt Fahrt auf, zugleich sind Kosten eingespart worden.

(AWP) Nestlé-Chef Mark Schneider sieht sich mit der Strategie für den Nahrungsmittelriesen auf Kurs. Das organische Wachstum habe seit Anfang 2018 wieder stetig Fahrt aufgenommen und zugleich seien Kosten eingespart worden. «Unsere Balance zwischen Wachstum und Marge funktioniert», sagte Schneider an einem Investorentag in den USA am Dienstag.

«Wir gehen auf das Fett los, nicht auf die Muskeln», sagte der Nestlé-CEO. Er hoffe, dass auch die Investoren inzwischen die balancierten Ziele schätzen gelernt hätten. Vor zwei Jahren hatte Schneider nach seinem Amtsantritt am damaligen Investorentag neue Ziele ausgegeben. Einige Analysten bezeichneten die angestrebte operative Marge von 17,5 bis 18,5% damals aber als wenig ambitiös.

Seit Schneider an der Spitze von Nestlé (NESN 103.16 0.53%) steht, hat er über Zu- und Verkäufe den Konzern umgebaut. Insgesamt habe Nestlé von 2017 bis 2018 Unternehmensteile im Umfang von 14,7 Mrd. Fr. ge- und verkauft. Nestlé trennte sich etwa vom US-Süsswarengeschäft und kaufte auf der anderen Seite die Vertriebslizenz für Starbucks-Kaffee (Kaffee 131.705 0.04%). Dieses Portfoliomanagement werde weitergehen, bekräftigte Schneider. «2019 ist bereits auf dem Weg zu einem sehr geschäftigen Jahr.»

Auf dem Prüfstand stehen aktuell die Hautpflegesparte Nestlé Skin Health und das Aufschnitt- und Fleischwarengeschäft Herta Charcuterie. «Vor zweieinhalb Jahren hätten wir wohl kaum viele Käufer gefunden», sagte Schneider. Nun sei die Sparte jedoch deutlich attraktiver. Sie war im ersten Quartal 2019 mit einer zweistelligen Rate gewachsen. Nestlé Skin Health ist laut Schneider ein gutes Beispiel dafür, dass Nestlé das Ruder herumreissen kann.

Zugleich deutete Schneider an, dass sich Nestlé nicht zwangsläufig von Geschäften trennen werde, die nicht als sogenannte Hochwachstumskategorien definiert worden seien. Einige dieser Geschäfte hätten sich sehr gut entwickelt, beispielsweise habe die Positionierung von Kitkat im Premiumbereich das Wachstum angekurbelt.

Umgekehrt bedeute eine Bezeichnung als Hochwachstumskategorie nicht, dass das entsprechende Geschäft in jedem Quartal oder Jahr stark wachse. Es gehe um die langfristigen Chancen. Bei der Wassersparte etwa harzte es zuletzt beim Wachstum. «Wir glauben an diese Kategorie.» Die Premium-Produkte blieben vielversprechend.

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