Unternehmen / Konsum

Nestlé stellt Liefersystem für Pizza und Glace um

Der Nahrungsmittelkonzern investiert 500 Mio. $, um die Lieferkette neu auszurichten.

(AWP) Nestlé (NESN 103.16 0.53%) stellt ihr Liefersystem für Pizza und Eiscreme in den USA in diesem Jahr um. Der Nahrungsmittelkonzern wechselt von einer direkten Belieferung der Läden (Direct Store Delivery, DSD) zum Vertrieb über eine Zwischenlagerung in Tiefkühllagern (Frozen Warehouse Distribution).

«Das ist eine grosse Sache für uns», sagte Nestlé-Chef Mark Schneider am Investorentag in Arlington im US-Bundesstaat Virgina. Die Nestlé-Führungscrew erhofft sich von dem Schritt tiefere Kosten und höhere Margen sowohl für Nestlé als auch für die Detailhandelspartner, wie USA-Chef Steve Presley sagte. Zudem sei die Belieferung nach der Umstellung deutlich weniger kapitalintensiv. Diese Vorteile dürften ab 2020 zum Tragen kommen.

DSD sei eine hochkomplexe und teure Angelegenheit: Dafür betrieb Nestlé für das Tiefkühlgeschäft in den USA 230 Anlagen mit 4000 Angestellten und 1400 Lastwagen. Dieses Belieferungssystem habe historisch Sinn gemacht, erklärte Presley. So seien die Produkte schneller in die Regale gelangt und es sei möglich gewesen, Displays mitzuliefern. Doch heute hätten viele Detailhändler ihre Lieferketten professionalisiert, was die Vorteile habe verschwinden lassen.

Die Umstellung lässt sich Nestlé rund eine halbe Milliarde Dollar kosten. Es gilt, die Folgen für die betroffenen Mitarbeiter abzufedern. Auch beim Umsatz dürfte sich die Umstellung über Preissenkungen und Optimierungen im Sortiment 2019 einmalig niederschlagen, wie Presley ausführte.

Bislang hatte Nestlé Produkte mit einem Umsatz von 3,3 Mrd. $ über DSD vertrieben und Produkte mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. $ über Tiefkühllager.

Umstellung in Guidance enthalten

Unberührt von der Umstellung bleibt die Konzern-Guidance für 2019. Der Wechsel sei bereits in den prognostizierten rund 700 Mio. Fr. Restrukturierungskosten eingerechnet, sagte Finanzchef François-Xavier Roger.

Auch der wahrscheinliche Verkauf von Nestlé Skin Health und Herta sei in der Guidance eingerechnet. Die Prognose für eine fortgesetzte Verbesserung beim organischen Wachstum und der operativen Marge bestätigte er.

Für die für 2020 gesetzten Ziele sei Nestlé ebenfalls auf Kurs. Nestlé will bis nächstes Jahr eine bereinigte EBIT-Marge von 17,5 bis 18,5% erzielen. Beim Umsatz will Nestlé ein mittleres einstelliges organisches Wachstum erreichen.

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