Unternehmen / Konsum

Nestlés Führung verteidigt sich gegen Third Point

Der Lebensmittelhersteller wird erneut vom Hedge Fund Third Point wegen seiner Governance-Regelung kritisiert.

(AWP/GAH) Die Führung von Nestlé (NESN 83.84 -1.06%) verteidigt sich gegenüber der «Financial Times» (FT) gegen die Kritik an ihrer Governance-Regelung. In einem gemeinsamen Interview mit der FT an einem Event in London erklärten Konzernchef Mark Schneider und Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke, dass die derzeitige Form der Zusammenarbeit zwischen CEO und VRP die Wachstumspläne des Schweizer Lebensmittelunternehmens nicht behindere.

Davor war der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller von seinem Aktionär Third Point erneut kritisiert worden. Laut einem Bericht der FT missfällt dem US-Hedge-Fund unter der Führung von Daniel Loeb die bei den Schweizern übliche Praxis, dass ehemalige Firmenchefs im Anschluss an ihr Mandat für gewöhnlich die Position des Verwaltungsratspräsidenten übernehmen.

In den USA und in Grossbritannien seien solche Arrangements generell verpönt, hiess es in dem Bericht weiter. Im Gegensatz dazu setzt Nestlé allerdings seit Jahrzehnten auf eine solche Regelung, die auch in den europäischen Ländern relativ üblich ist.

Im gemeinsamen Interview mit Konzernchef Schneider sagte VRP Bulcke, er habe dem CEO Raum für eigenständiges Arbeiten gegeben und bei Bedarf Unterstützung geleistet. Schneider wiederum argumentierte, dass Nestlé durch ihre langfristige Denkweise und den bisherigen Ansatz zur Unternehmensführung seit Jahrzehnten erfolgreich sei.

Third Point drängt Nestlé zudem weiterhin, ihre 23%-Beteiligung am Kosmetikhersteller L’Oréal zu verkaufen und den Erlös für den Rückkauf von Aktien zu verwenden. Bulcke erklärte hierzu, dass man diesbezüglich «die richtigen Massnahmen zur richtigen Zeit ergreifen» werde und dieser Punkt «auf der Agenda des Verwaltungsrats» sei.

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