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Netflix enttäuscht mit Kundenzustrom

Der Streaming-Riese kann sich nicht mehr so stark durchsetzen wie zu Beginn der Coronakrise. Dies bekommt auch die Netflix-Aktie zu spüren und bricht nachbörslich um 11% ein.

(Reuters) Der scharfe Wettbewerb durch den erstarkenden Konkurrenten Disney (DIS 184.84 +1.68%)+ und die teilweise Wiedereröffnung von Kinos haben dem Streamingpionier Netflix zugesetzt. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg im ersten Quartal auf Jahressicht um 14% auf 208 Mio., wie der US-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspricht trotz der Erfolge von Serien wie «Bridgerton» und «Cobra Kai» nur einem Plus von knapp 4 Mio. von Januar bis März und liegt damit deutlich unter den eigenen wie auch den Erwartungen von Analysten, die mit einem Zuwachs von 6,25 Mio. gerechnet hatten. Am Aktienmarkt sorgte das neben der Prognose, die für das zweite Quartal nur 1 Mio. neue Abonnenten vorhersagt, für einen Ausverkauf. Die Netflix (NFLX 503.84 +0.86%)-Aktie fiel nachbörslich 11%.

Bisher gehörte Netflix wie auch die anderen Streamingdienste Disney+, Apple (AAPL 130.21 +0.53%) TV+ und Amazon (AMZN 3'291.61 -0.45%) Prime Video zu den klaren Gewinnern der Corona-Pandemie. Wegen fehlender anderer Unterhaltungsmöglichkeiten meldeten sich immer mehr Menschen rund um den Globus bei den Serien-, Film- und Dokumentationsanbietern an, die ihr Angebot zudem deutlich ausbauten. Da könnte es im ersten Quartal auch einigen Abonnenten aufgefallen sein, dass bei Netflix weniger Neues aufgrund von Covid-Verzögerungen ins Programm kam. Zudem öffneten vor allem auf dem Heimatmarkt wieder einige Kinos ihre Pforten und Menschen konnten Sportveranstaltungen besuchen. Der geringere Neukundenzustrom könnte ein Schlaglicht auf die Entwicklung nach der Pandemie werfen. Um dem entgegenzuwirken, kündigte Netflix eine starke zweite Jahreshälfte mit der Rückkehr neuer Staffeln beliebter Serien wie «The Witcher» und «Sex Education» sowie «aufregende Filme» wie «Don’t Look Up» mit den Schauspielern Leonardo (LDO 10.45 -0.81%) DiCaprio, Cate Blanchett und Meryl Streep an.

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 24% auf 7,16 Mrd. $. Netflix hatte zuletzt die Preise unter anderem in Grossbritannien und Deutschland angehoben. Der Gewinn schoss auf 1,7 Mrd. $ von 709 Mio. $ im Vorjahreszeitraum in die Höhe.

Der Unterhaltungskonzern Disney, der mit Disney+ zum grössten Rivalen von Netflix aufgestiegen ist, wird am 13. Mai Einblick in das abgelaufene Quartal geben. Im März übertraf Disney+ erstmals die Marke von 100 Mio. Abonnenten.

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