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Meinungen

Neue Höhen und dünnere Luft

«Der Markt wird nicht mehr lange in seinem Liquiditätsparadies schalten und walten können, wie es ihm beliebt.»
Die hohen Aktienbewertungen scheinen zum «New Normal» zu werden. Noch stützen die Liquiditätsmassnahmen der Notenbanken. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

Geschafft. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 9445.79 -0.19%)) hat die Bestmarke vom Sommer 2007 geknackt. Die Aktienkurse steigen unaufhaltsam, und das ohne grössere Kursschwankungen. Das liegt daran, dass sich die Unternehmensgewinne gut entwickeln und die Fundamentaldaten aus der Weltwirtschaft äusserst solide sind. Auf zu neuen schwindelerregenden Höhen also.

Oder war da noch was? Die hohen Bewertungen der Aktien der meisten Unternehmen zum Beispiel. Doch auch davon lassen sich die Anleger in ihrem Kaufrausch nicht stören. Sogar ein eingefleischter Value-Investor wie Jeremy Grantham, der als vorsichtig gilt und schon so manche Kursblase prognostiziert hat, kommt in seinem Newsletter zum Schluss, die höheren Bewertungen seien sozusagen als «New Normal» anzusehen.

Dennoch, die Luft in den neuen Höhen wird dünner. Der Markt wird nicht mehr lange in seinem Liquiditätsparadies schalten und walten können, wie es ihm beliebt. Die Zentralbanken werden nach und nach immer weniger Geld in die Märkte pumpen. In den USA ist das bereits Realität. Dass die Kurse dennoch weiter steigen, liegt an der Rückendeckung durch die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan. Das ändert sich nicht von heute auf morgen, doch auch in Europa und Japan wird der Geldhahn langsam zugedreht.

Für die Aktienmärkte wird das die härteste Bewährungsprobe seit Jahren. Alte Bewertungsmethoden werden dann wieder ausgegraben und treten in den Vordergrund. Deshalb sollten sich Anleger eine Regel des Börsengurus Warren Buffett zu Herzen nehmen: Wenn du nicht bereit bist, eine Aktie für zehn Jahre zu behalten, dann denk nicht darüber nach, sie zehn Minuten zu besitzen.