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Neuer Elan!

Bei den Schweizer Grossbanken müssen neue Chefs die offenen Baustellen anpacken. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Valentin Ade.

«Die Ambitionen bei UBS und CS scheinen nach acht Jahren Ermotti und vier Jahren Thiam erschlafft zu sein.»

Zeitenwende bei den Schweizer Grossbanken. Tidjane Thiam ist diese Woche als Chef von Credit Suisse (Credit Suisse 7.614 -4.83%) zurückgetreten. Auch für UBS-CEO Sergio Ermotti sucht die Bank seit über einem Jahr einen Nachfolger. Bald könnte er sich verabschieden, oder, wie kolportiert wird, Axel Weber als Präsident des Verwaltungsrats beerben.

Thiam und Ermotti, zwei Persönlichkeiten, die den grössten Banken des Landes unverkennbar ihren Stempel aufgedrückt haben. In schwierigen Zeiten haben sie bitter nötige Sanierungen durchgezogen. Sie haben den Fokus auf die Vermögensverwaltung gelegt und das volatile Investment Banking zurückgestutzt. Doch damit ist es längst nicht getan (Lesen Sie hier mehr).

Der Ertrag in beiden Häusern steht unter Druck, die Kosten sind weiterhin ungesund hoch. Seit Jahren ist die Rentabilität beider Institute schlicht mangelhaft. Das spiegelt sich in den Aktienkursen, die sich bei beiden auf einem Niveau von vor den Sanierungsleistungen befinden – als hätten Thiam und Ermotti nie einen Finger gerührt. Und was machten die Herren an der Spitze im Angesicht der Herausforderungen? Sie senkten jüngst beide die Ziele für ihre Häuser. Die Ambitionen bei UBS (UBSG 8.682 -4.02%) und CS scheinen nach acht Jahren Ermotti und vier Jahren Thiam erschlafft zu sein.

Es ist jetzt an neuen Personen, die Banken nach erfolgreicher Sanierung in profitablere Sphären zu führen. Neo-CEO Thomas Gottstein muss bei CS anpacken, Ermottis Nachfolger muss vielleicht schon dieses Jahr bei UBS über die Bücher. Ein starkes erstes Quartal, in dem sich die Branche offenbar derzeit befindet, kann da Rückenwind liefern.

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