Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Entscheidungsjahr 2020
Märkte / Makro

Neuer Gefahrenherd für die Notenbanken

Statt die Wirtschaft über Zinssenkungen zu stimulieren, müssen die Notenbanken nun die Märkte mit Liquidität versorgen, um plötzliche Zahlungsengpässe zu vermeiden.

Zu ihren besten Zeiten wurden die Chefs der Zentralbanken als Masters of the Universe bezeichnet. Ihnen allein gelang es, die Finanzmärkte zu bändigen. Im Sommer 2012 genügte ein Satz, um Panikverkäufe europäischer Anleihen und Aktien einschliesslich des Euros zu beenden. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) versprach damals, alles zu unternehmen, um den Euro zu verteidigen. Er setzte sich durch. Der Spuk war kurz darauf vorbei.

2019 holten die Geldpolitiker ihre Wunderwaffen erneut hervor, diesmal im Kampf gegen die rezessiven Kräfte der Weltwirtschaft. In den USA senkte das Federal Reserve die Leitzinsen drei Mal, statt sie wie zuvor geplant weiter zu erhöhen. Darüber hinaus beendete es den Bilanzabbau vorzeitig. Die EZB zog nach. Sie reduzierte den Einlagensatz auf nie dagewesene –0,5% und lancierte ein milliardenschweres Anleihenkaufprogramm. Japan und die Schweiz haben an ihrer Negativzinspolitik festgehalten.

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