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Neues Bündnis zur Osram-Übernahme

In die Übernahme von Osram durch AMS zu verhindern, sollen zwei Finanzinvestoren ein neues Bündnis erwägen. AMS kauft derweil munter Aktien zusammen.

(AWP/Reuters) Im Ringen um die Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram zeichnet sich einem Agenturbericht zufolge ein neues Bündnis zwischen den Finanzinvestoren Bain Capital und Advent ab. Beide loteten aus, ob sie der bisher überlegenen Offerte des österreichischen Chip- und Sensoren-Herstellers AMS (AMS 44.85 -0.33%) gemeinsam etwas entgegensetzen könnten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

Bain bietet bisher zusammen mit der US-Beteiligungsgesellschafter Carlyle, ist aber mit einem Gebot von 35 € je Aktie den 38.50 € unterlegen, mit denen AMS die Osram (OSR 40.1 -0.02%)-Aktionäre lockt. Am Freitag schlossen Osram mit 38.17 € knapp 2% fester.

Während Bain Capital Verhandlungskreisen zufolge intern die Bereitschaft zu einer Erhöhung signalisiert hatte, sträubte sich Carlyle dagegen, mehr für Osram zu bieten. Sollte Advent in das Konsortium aufgenommen werden, würde Carlyle dafür aussteigen, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen zu Reuters. Bain, Advent, Carlyle und Osram wollten sich am Samstag nicht zu den Informationen äussern.

Für Bain und Advent drängt die Zeit. Die beiden Offerten laufen jeweils noch bis zum 1. Oktober. Um bis dahin ein neues Angebot zu entwerfen und von der Finanzaufsicht BaFin genehmigt zu bekommen, reichen die verbleibenden zehn Tage nicht aus. Wenn Bain und Advent AMS überbieten wollen, müssten sie also hoffen, dass nicht genügend Osram-Aktionäre ihre Aktien den Österreichern andienen. Dazu müssten sie bald ein Signal geben, dass sie ein höheres Angebot zumindest in Vorbereitung haben. AMS will mindestens 62,5% der Osram-Papiere einsammeln.

AMS kauft Aktien zusammen

AMS hält bereits Osram-Aktien im Wert von mehr als 120 Millionen Euro. Wie aus mehreren Pflichtveröffentlichungen hervorgeht, hat das Unternehmen seit Ende August am Aktienmarkt fast 3,5% an Osram zusammengekauft und dafür zuletzt Preise bis zu 37.85€ gezahlt.

Die Anteile, die die Aktionäre des Münchner Lichtkonzerns den Österreichern im Zuge des Übernahmeangebots angedient haben, sind darin nicht eingerechnet. Die meisten grossen Investoren entscheiden erst in den letzten Tagen der Bieterfrist, ob sie ihre Aktien andienen.

Die Annahmefrist für die Offerte von AMS über 38.50 € je Aktie läuft ebenso wie die konkurrierende der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle über 35.00 € bis zum 1. Oktober. Unterhalb des eigenen Angebotspreises steht einem Kauf von Aktien über die Börse während der Frist rechtlich nichts im Wege.

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