Unternehmen / Ausland

Neun britische Aktien fürs Portfolio

Seit Jahren steht der FTSE 100 im Schatten anderer Börsenbarometer. Doch nun stehen die Zeichen gut, dass die Londoner Börse das Feld von hinten aufrollt.

Man mag es verstehen, wenn ausländische Investoren die Lust auf britische Aktien verloren haben. In den vergangenen zwanzig Jahren war mit dem FTSE 100 kein Geld zu gewinnen. Zwar notiert der Leitindex der London Stock Exchange heute ein paar wenige Punkte höher als damals. Rechnet man die Abwertung des Pfunds während dieser Zeitspanne hinzu, resultiert aber ein üppiger Verlust.

Andere Indizes haben seit 2000 trotz den Börsencrashs in der Dotcom-Blase und der globalen Finanzkrise deutlich zulegen können. Der amerikanische S&P 500 hat sich mehr als verdoppelt, der SMI ist rund 50% gestiegen. Die Diskrepanz liegt vor allem daran, dass die britischen Indexschwergewichte aus dem Energie- und dem Bergbausektor von vielen Anlegern seit Jahren gemieden werden. Zudem hing in den vergangenen vier Jahren die Unsicherheit rund um den Brexit wie ein Damoklesschwert über britischen Aktien.

«Über die letzten Jahre hat sich bei britischen Aktien ein Bewertungsabschlag ­gebildet.»
Laura Foll, Portfoliomanagerin, Janus Henderson

Jetzt, da der Brexit-Deal mit der Europäischen Union steht, spricht vieles dafür, dass der Londoner Börse einige gute Jahre bevorstehen. «Über die Jahre hat sich in den meisten Sektoren ein Bewertungs­abschlag gebildet», sagt Laura Foll, Port­foliomanagerin bei Janus Henderson. Sie ist zuversichtlich, dass Investoren dies nun allmählich realisieren. «Wir sehen auch ein wachsendes Interesse an Übernahmeversuchen aus dem Ausland oder aus dem Private-Equity-Bereich. Das ist ein weiteres Zeichen, dass sie ihre Ziele als günstig betrachten», so Foll. In ihrem Portfolio setzt sie vor allem auf britische Small und Mid Caps.

Höheres Gewinnwachstum

Noch deutlicher wird der Londoner Broker Liberum. Sein Investmentstratege Joachim Klement erwartet, dass der FTSE 100 im laufenden Jahr den S&P 500 – den Outperformer der letzten Jahre – um gut zehn Prozentpunkte übertrifft. Er geht davon aus, dass das Gewinnwachstum im FTSE 100 dieses Jahr deutlich höher ausfällt. Er setzt auch darauf, dass die Rotation von Wachstums- zu den sogenannten Value-Titeln noch andauern wird. Dies käme dem britischen Markt entgegen, weil er wegen der Rohstoff- und Energieabhängigkeit ausgesprochen zyklisch ist. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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