Noch mehr zur Seite als jetzt schon kann der Index eigentlich nicht tendieren. Sie wollen dennoch traden? Dann sollten Sie sich fragen, warum – denn der Markt ist ungefähr so schwankungsfreudig wie Immobilienpreise. Und wenn es gar nicht anders geht, bleibt nur, die Tendenz von einer Grenze zur jeweils anderen auszunutzen.

Das kurzfristige Trading des Deutschen Aktienindex ist derzeit eigentlich nur etwas für Spielsüchtige, die die Finger nicht vom Markt lassen können. Denn der Index befindest sich sowohl auf der kurzfristigen, als auch auf der mittelfristigen Zeitebene in einem Seitwärtskorridor, der – statistisch gesehen – im Sommer kaum verlassen wird. Wenn die Kurse im August wieder Fahrt aufnehmen, dann meistens nach unten. Derzeit bestehen für dieses Szenario aber noch keine nennenswerten Anzeichen. Vielmehr notiert der DAX genau in der Mitte der Tradingrange zwischen 12’400/12’460 und 12’930/13’030 Punkten, wobei die Richtung des nächsten Bewegungsimpulses fast völlig unklar ist.

Gleich «spannend» zeigt sich der Index auch im weiter zurück reichenden Chart. Auffällig ist nur, dass die Kurse nach ihrem letzten Einbruch unter den viel beachteten 200-Tage-Durchschnittskurs (violett) Anfang 2018 nicht mehr signifikant darüber steigen konnten. Solange dieser Effekt anhält, besteht ein geringfügig höheres Risiko, dass der Index zunächst die Untergrenzen der aktuellen Seitwärtsspannen auslotet. Auf der übergeordneten Zeitebene liegt diese Schwelle um 11’725/11’870. Eine gute Strategie für Anleger, die unbedingt traden wollen, ist Folgende: Sie warten ab, bis sich der DAX an den Rand einer Range bewegt, und positionieren sich dann in Gegenrichtung. Noch besser wäre es allerdings, den eigenen Zwang zum Handeln einfach zu unterdrücken.

 

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