Unternehmen / Konsum

Nick Hayek erwartet Umsatzschub

Der Chef des Uhrenherstellers Swatch Group rechnet in einem Interview mit einem Umsatz 2021 von 7 bis 7,5 Mrd. Fr. und gibt sich für 2022 noch zuversichtlicher.

(AWP) Die Uhrenindustrie und ihr grösster Vertreter Swatch Group (UHR 251.00 +0.28%) erholen sich vom Coronaschock des vergangenen Jahres. Swatch-Chef Nick Hayek rechnet gar mit einem kräftigen Wachstum.

«2021 wird zu einem der besten Jahre in der Geschichte der Swatch Group werden. Und 2022 wird für uns zum Rekordjahr werden», sagte Hayek am Montagabend in der Sendung «Eco Talk» des Schweizer Fernsehen SRF.

«Die Swatch Group wird 2021 zwischen 7 und 7,5 Mrd. Fr. Umsatz erzielen und ein operatives Ergebnis von 1 Mrd. Fr.  erreichen», erklärte Hayek weiter. Damit würden die Verkaufszahlen in Richtung des Vor-Coronaniveaus aus dem Jahr 2019 klettern, als 8,2 Mrd. Fr. umgesetzt wurden und ein Ebit von gut 1 Mrd. Fr. resultiert hatte.

Noch im vergangenen Jahr musste Swatch Group, wie die Konkurrenz, einen herben Dämpfer hinnehmen. In dem von Lockdowns, Ladenschliessungen, Produktionsstopps und Reiserestriktionen geprägten Coronajahr 2020 war der Umsatz um beinahe ein Drittel auf 5,6 Mrd. Fr. eingebrochen. Und der Konzern musste erstmals seit Mitte der Achtzigerjahre einen Verlust ausweisen.

Wachstum in China und in den USA

Zuversichtlich stimmt Hayek nun das Wachstum, das mit teuren Uhren und mit Zeitmessern aus dem mittleren Preissegment in Asien und vor allem auch in den USA erzielt wird. Asien und besonders China seien dabei kein Klumpenrisiko, sondern vielmehr eine «Klumpenchance», sagte er. Und in den USA sei die Gruppe im laufenden Jahr bis Ende August mit über 40% sogar stärker gewachsen als in China.

Exklusive Markenprodukte seien weltweit gefragt und das biete die Schweizer Uhrenindustrie und mit ihr die Swatch Group. Dabei sei etwa der Erfolg von Smartwatches etwa in den USA nicht ein Problem, sondern vielmehr eine Chance für die Uhrenhersteller. Dank Smartwatches, Fitnesstracker etc. hätten Amerikaner vermehrt Lust dazu, ein Produkt am Handgelenk zu tragen.

«Schaue nicht an die Börse»

Dass Swatch  Groupan der Schweizer Börse im September dem Computerzubehörhersteller Logitech (LOGN 81.26 -1.91%) im Leitindex SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) Platz machen musste, stört Hayek keineswegs. «Ich schaue nicht an die Börse und wie sich der Börsenkurs entwickelt. Wichtig ist, wie sich die Verkaufszahlen in unseren Absatzländern entwickeln und wie unsere Produktionskapazitäten sind.»

Dennoch bleibt ein Weggang von der Börse für Hayek nach wie vor keine Option. Denn wenn das das Ziel wäre, müsste sich die Hayek-Familie verschulden. «Wir wollen keine Schulden machen», betonte der Konzernchef. Allerdings habe man in der Vergangenheit auch eigene Aktien am Markt zurückgekauft. Die Familie Hayek bleibe langfristig engagiert.