In dieser ehemaligen byzantinischen Kirche soll St. Nikolaus geruht haben. Der Bischof von Myra – heute das Städtchen Demre im Südwesten der Türkei – starb an einem 6. Dezember, irgendwann im 4. Jahrhundert. Das gesicherte Wissen über die historische Gestalt Nikolaus von Myra ist dürftig. Der Kirchenbau stammt aus dem 6. Jahrhundert, als die Ver­ehrung des Heiligen, um den viele Legenden kreisen, bereits im Schwange war. Im 19. Jahrhundert liessen die russischen ­Zaren auf ihre Kosten die Basilika restaurieren: Schliesslich ist Svyatoy Nikolay der Schutzpatron des russischen Volkes – ferner auch der Schnapsbrenner. Daher spricht man in Russland wodkaselig von «nikolitjsja», wenn «sich besaufen» gemeint ist. Anno 1087 raubten Seefahrer aus Bari ein Teil der Gebeine (eines der viele Patronate des Heiligen ist dasjenige über die Schiffsleute, ein anderes dasjenige über die Diebe). Diese ­Reliquien ruhen nun in der Basilica di San Nicola in Bari. Zur Popularität des Nikolaus bei Orthodoxen wie auch Katholiken trug sein Amt als Beschützer der Kinder bei; der «Samichlaus» macht hierzulande am 6. Dezember auch in reformierten Kantonen die Runde. Manchmal eskortiert vom Schmutzli, doch der entspricht dem Zeitgeist kaum noch.