Märkte / Makro

Nirgendwo sind die Zinsen so tief wie in der Schweiz

Renditen unter Null für Staatsanleihen greifen um sich. Selbst italienische Papiere zahlen bis zwei Jahre einen negativen Marktzins. Deutlich höher rentieren US-Anleihen.

Nirgends bekommt man für einen Kredit an den Staat so wenig Zins wie in der Schweiz. Schweizer Staatsanleihen notieren bis zu einer Laufzeit von fünfzehn ­Jahren mit einem nominalen Marktzins unter null. Anfang März lag gar die zwanzigjährige Rendite im negativen Bereich. Auch wer sich der Eidgenossenschaft bis 2064 verpflichtet, bekommt nur 0,36%.

Minusrenditen gibt es aber nicht nur in der Schweiz (vgl. nebenstehende Grafik). Die Zinskurve trägt die Renditen von Schuldpapieren des Souveräns über verschiedene Laufzeiten ab. In Japan rentieren Papiere bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren negativ. Dort zog Ende Januar die Bank of Japan mit der überraschenden Einführung von Negativzinsen die Renditen nach unten. Zu Anfang diesen Jahres fanden sich noch fünfjährige japanische Papiere mit positivem Marktzins.

In Deutschland ist die Rendite bis sieben Jahre negativ. Und dank der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auch die Renditen des Sorgenkinds Italien bis zu einer Laufzeit von zwei Jahren unter null gerutscht. Dort ist die Zinskurve aber deutlich steiler als in Deutschland oder in der Schweiz: Zwischen ein- und dreissigjährigen Renditen beträgt die Differenz in Italien 2,5 Prozentpunkte (Pp). In Deutschland sind es bloss 1,5 und in der Schweiz 1,4 Pp.

Deutlich höher liegen die Renditen in den USA. Zehnjährige Treasuries notieren mit einem Marktzins von knapp 2%. Marktturbulenzen hatten die Renditen im Februar unter 1,7% gedrückt. Nun sind sie –  anders als in Europa – auf Erholungskurs. Doch der Stand von Ende 2015 um 2,3% ist noch nicht erreicht.

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