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Blogs / Never Mind the Markets

Der Niedergang der Vermögensverwaltung

Tobias Straumann

Die fetten Jahre sind vorbei: CS-Filiale am Zürcher Paradeplatz. (Foto: Keystone/Walter Bieri)

Auf den ersten Blick scheint alles bestens zu sein. Im neusten Global Financial Centres Index (GFCI) figuriert Zürich auf Rang 9 und Genf auf Rang 15. Gegenüber dem letzten Index, der im Frühling 2017 erschienen ist, haben sich die beiden Schweizer Finanzplätze sogar verbessert – Zürich um 2 Ränge, Genf um 5 Ränge.

Hier sind die ersten 15 Ränge des neusten GFCI (Quelle):

Betrachtet man hingegen die Entwicklung der ausländischen Vermögen, die bei Banken in der Schweiz deponiert sind, sieht es ganz anders aus. Der Wegfall des Bank- und Steuergeheimnisses für ausländische Kunden hat offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese negative Entwicklung keinerlei Auswirkungen auf den GFCI hat.

Dabei sind die Daten leicht verfügbar. Seit Jahren publiziert die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Ausserbilanzgeschäfte der Banken in der Schweiz (Quelle). In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung folgendermassen aus:

Securities holdings in bank custody accounts, in CHF billions

Source: SNB, Banks in Switzerland 2006.

Non-resident custody account holders
Total Private

customers

Commercial

customers

Institutional

investors

2007 3132 1110 254 1768
2008 2241 721 157 1364
2009 2485 743 181 1562
2010 2390 673 163 1554
2011 2224 597 123 1504
2012 2658 611 118 1928
2013 2820 611 122 2087
2014 3069 603 104 2362
2015 2948 535 90 2323
2016 2888 503 94 2291

Man sieht auf einen Blick, dass die Vermögen der ausländischen Privatkunden (private customers), also derjenigen, die vor 2007 am meisten vom Bankgeheimnis Gebrauch gemacht hatten, auf die Hälfte zusammengeschmolzen ist. Nimmt man zur besseren Einordnung einen Fonds-Index als Massstab, sieht man, dass der Rückgang geradezu dramatisch ist (Pictet BVG-25 plus bedeutet 25 Prozent Aktien).

Von 1998 bis 2007 stiegen die Vermögen der ausländischen Privatkunden und der Pictet-Index etwa im Gleichschritt. Von 2007 bis 2016 stieg der Pictet-Index um fast 40 Prozent, während die Vermögen der ausländischen Privatkunden um mehr als 50 Prozent zurückgingen.

Die einzige Kategorie, die von 2007 bis 2016 zugenommen hat, sind die Vermögen der ausländischen institutionellen Investoren. Das zeigt, dass der Finanzplatz Zürich keineswegs kurz vor dem Zerfall steht. Aber dieses Geschäft hat tiefe Margen und kompensiert nicht den Wegfall des Bankgeheimnisses. So besteht kein Zweifel: Die fetten Jahre sind vorbei.