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Blogs / Never Mind the Markets

Doch, doch, die Welt wird besser

Mark Dittli

Noch nie gingen weltweit so viele Kinder zur Schule: 86 von 100 Menschen haben Zugang zu Grundbildung. Foto: iStock

Der mächtigste Staatschef der Welt ist neu ein Mann, der bislang vor allem mit einem volatilen, narzisstischen Charakter, rassistischen und sexistischen Äusserungen und einem ausgeprägten Hang zur Autokratie aufgefallen ist. Der Herrscher im Kreml wiederum kaschiert kaum, dass russische Organisationen aktiv in den Wahlprozess der USA eingegriffen haben. Der Ton zwischen Washington und Peking wird derweil schärfer und könnte zu einem «heissen» Kräftemessen im Südchinesischen Meer führen. Der arabische Raum zwischen Libyen und Syrien steckt – sechs Jahre nach dem «Frühling» – in einem Prozess der Selbstzerstörung.

Dramatisch, nicht wahr? Wer diese Sätze liest, kann angesichts des Zustandes der Welt leicht in eine Depression fallen.

Warum Hoffnung angesagt ist

Doch zum Glück lebt und forscht an der Oxford University ein Mann namens Max Roser. Der aus Deutschland stammende Ökonom hat mit Our World in Data eine geniale Datenbank aufgebaut, mit der er die Entwicklung der Welt visualisiert.

Nachfolgend daher sieben Grafiken von Roser, die eindrücklich und einprägsam zeigen, wie sich die Welt im Verlauf der vergangenen zweihundert Jahre verbessert hat.

Die Charts sind alle sehr simpel aufgebaut. Alle beleuchten einen Zeitraum von 200 Jahren, und alle basieren auf der Annahme, dass die Weltbevölkerung aus 100 Menschen besteht.

Beginnen wir beim Thema Armut:

Im Jahr 1820 lebten weltweit 94 von 100 Menschen unter Konditionen von extremer Armut. Heute sind es nur noch 10 von 100 Personen.

Das nächste Thema ist die Bildung:

 

Im Jahr 1820 hatten weltweit 17 von 100 Menschen Zugang zu einer Grundschulausbildung. 83 hatten keine Schulbildung. Heute haben 86 von 100 Menschen Zugang zu einer Grundschulausbildung.

Das Resultat davon zeigt sich unter anderem in der Lese- und Schreibfähigkeit:

Im Jahr 1820 waren 12 von 100 Menschen fähig, zu lesen. Heute sind es 85 von 100.

Auch die Staatsform der Demokratie hat eine beeindruckende Entwicklung erlebt:

1820 lebte 1 von 100 Menschen in einer Demokratie. Heute sind es immerhin 56 von 100.

Die folgende Grafik zeigt den Sachverhalt mit etwas mehr Details:

Die grüne Fläche zeigt den Anteil der Weltbevölkerung, der in einer echten Demokratie lebt. Gelb und orange («Anocracy») sind Länder, die sich nicht gänzlich als Demokratie qualifizieren. Die rote Fläche zeigt den Anteil der Menschen, der in einer Autokratie leben. Violett zeigt den Anteil der Menschen, die in Kolonien leben.

Kommen wir zum nächsten Thema, Gesundheit:

Bis zum Jahr 1940 war keiner der 100 Menschen auf der Welt gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft. Heute sind 86 von 100 Menschen gegen diese Krankheiten geimpft.

Und zu guter Letzt die Kindersterblichkeit:

Im Jahr 1820 sind 43 von 100 Kinder gestorben, bevor sie das fünfte Lebensjahr komplettiert hatten. Heute sterben nur 4 von 100 Kindern so früh; 96 von ihnen werden älter als fünf.

Daher: Der Zustand der Welt gibt allen Grund zu Optimismus. Zumindest, bis Donald Trump seinen nächsten Tweet absetzt.