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Märkte / Emerging Markets

Noch ein Zahlungsausfall in China?

Nur wenige Tage nach Shanghai Chaori Solar droht nun der zweite Zahlungsausfall eines chinesischen Unternehmens mit Yuananleihen.

Am Dienstag wurden die Aktien und die Anleihen von Baoding Tianwei Baobian Electric vom Handel ausgesetzt, nachdem das chinesische Unternehmen einen Verlust von umgerechnet 852 Mio. $ ausgewiesen hatte. Die Aktien hatten in den Stunden vor der Handelssuspension an der Börse Schanghai 5,1% verloren, die Rendite auf die 2018 fällige Anleihe war am Montag mehr als 500 Basispunkte auf 11,13% gestiegen. Der Aktienhandelsstopp gilt für einen Tag. Gemäss Mitteilung der Börse Schanghai wird in den nächsten sieben Tagen entschieden, wie lange der Handel der Anleihen noch ausgesetzt bleiben soll. Baoding Tianwei Baobian Electric stellt Ausrüstungsgüter für die Stromerzeugung her.

Böse Erinnerung an Chaori Solar

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sind die Anleihen durch die Mehrheitsaktionärin Baoding Tianwei Group garantiert. Die Gruppe ist im Besitz der Zentralregierung. Bei garantierten Anleihen sollte die Rendite niedriger sein, da im Falle einer Insolvenz der Garant die Schulden zurückzahlt.  Der Kurszerfall bei den Anleihen und die hohen Renditen zeigen, dass die implizite Staatgarantie bei Baoding in Frage gestellt wird.

Die Suspension der Baoding-Wertschriften weckt Erinnerungen an den Zahlungsausfall des Solarpanelherstellers Shanghai Chaori Solar. Seine Anleihen wurden im Sommer 2013 ebenfalls vom Handel ausgesetzt, als das Unternehmen zwei Jahre hintereinander Verluste schrieb und die Rendite auf die Onshore-Anleihen auf über 10% gestiegen war. Am Freitag vergangener Woche gab Chaori Solar dann bekannt, dass sie die fälligen Zinsen nicht rechtzeitig bezahlen könne. Der Zahlungsausfall war der erste auf dem Markt für chinesische Yuanunternehmensanleihen.

Kupfer leidet

Die chinesischen Börsen reagierten verunsichert auf die Probleme von Baoding Tianwei Baobian Electric. Der Aktienindex Shanghai Composite fiel auf den tiefsten Stand des Jahres. Auch der Kupferpreis sank mehr als 2% und notierte zeitweise auf dem tiefsten Stand seit Juli 2010. Kupfer wird  in China häufig als Kreditsicherheit hinterlegt. Derzeit werden solche Sicherheitsleistungen hektisch aufgelöst. Ein Zahlungsausfall würde die Ängste vor einer Welle von Unternehmenspleiten in Sektoren mit Überkapazitäten in China schüren.

Dass Anleihengläubiger auch in China einen Hair Cut hinnehmen müssen, hat aber auch positive Seiten. Die Investoren würden ihre Risiko-Ertrags-Schätzungen für Onshore-Anleihen anpassen, meint etwa die Ratingagentur Moody’s. Das Kreditrisiko werde bei der Preisfestlegung eine grössere Rolle spielen und so die Kapitalallokation auf dem Anleihenmarkt effizienter machen.