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Noch keine Sturmwarnung bei Versicherern

Vor Eintreffen von Hurrikan «Sandy» gehören Assekuranztitel zu den Verlierern an den Aktienmärkten. Dank einem guten Schadenjahr dürften die Versicherer aber einiges vertragen.

Immer wenn sich Naturkatastrophen anbahnen, sorgen sich Investoren über grosse Schadenzahlungen bei Versicherern. Versicherungswerte wie Swiss Re (SREN 103.6 0.78%) (–2,9%), Zurich (–2,6%), Allianz (ALV 220.05 0.89%) (–1,2%) oder auch Münchener Re (–2,3%) gehören wegen drohender Hurrikanschäden am Nachmittag zu den Verlierern an den Aktienmärkten. «Sandy», so heisst der Wirbelsturm, steuert derzeit auf die Nordostküste der USA zu. Deshalb bleiben auch die US-Aktienbörsen New York Stock Exchange und Nasdaq heute aus Sicherheitsgründen geschlossen (lesen Sie hier mehr).

Derzeit ist schwierig zu sagen, wie viel Schaden der Hurrikan anrichten wird. Laut den Analysten von Kepler gehört er zu den Wirbelstürmen mit einer für seine Art geringen Windgeschwindigkeit. Dennoch dürfe der Sturm nicht unterschätzt werden, schreiben die Experten weiter. Denn er trifft auf eine Region mit grosser Bevölkerungsdichte.

In erster Linie von allfälligen Schäden betroffen wären Erstversicherer wie beispielsweise Zurich oder Allianz, wobei Zurich etwas mehr in den USA engagiert ist als die deutsche Konkurrenz. Die Erstversicherer werden dann auf die Rückversicherer zurückgreifen.

Gutes bisheriges Schadenjahr 2012 hilft über die Runden

Dennoch müsste der Hurrikan gewaltige Schäden anrichten, um die Rückversicherer dazu zu bewegen, die Gewinnprognosen zu reduzieren. 2012 wurden die Rückversicherer abgesehen von der Dürre in den USA bisher von grösseren Naturkatastrophen verschont.

Swiss Re beispielsweise weist für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres auf Konzernebene einen Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) von 85,3% aus. Nimmt man 2010 als durchschnittliches Versicherungsjahr – damals lag die Combined Ratio bei 93,9% –, dürfte der Versicherer noch einiges vertragen, um wieder auf diesen Wert zu kommen. Dies berücksichtigen auch Investoren. Der Aktienkurs von Swiss Re ist seit Anfang Jahr rund 30% gestiegen, derjenige der Münchner Re 28,2%. Zurich notieren 6,5% und Allianz 25,7% höher. Damit sind Anleger trotz drohender zusätzlicher Schadenaufwendungen durch Hurrikan «Sandy» mit Versicherungsaktien bisher gut gefahren.

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