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Nord- und Südkorea planen Gipfeltreffen

Ende April soll es nach Angaben aus Seoul zum ersten Treffen seit mehr als einem Jahrzehnt kommen.

(Reuters) Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt kommt es zu einem Gipfeltreffen beider koreanischen Staaten. Das Treffen Ende April werde im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte der Leiter einer südkoreanischen Regierungsdelegation, Chung Eui Yong, nach der Rückkehr aus Pjöngjang.

Dort hatten die Südkoreaner Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un getroffen. Nordkorea habe sich zu Gesprächen mit den USA bereiterklärt, um über eine De-Nuklearisierung zu sprechen, sagte Chung. Der Norden habe zudem erklärt, dass es keine Notwendigkeit für eine Aufrechterhaltung seines Atomprogramms sehe, solange es nicht militärisch bedroht werde und die Sicherheit seiner Führung gewährleistet sei.

Solange es Gespräche gebe, wolle Nordkorea auch keine Atom- oder Raketentests vornehmen, sagte Chung, der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ist. Um die Kommunikation zu verbessern, sei der Aufbau einer Hotline zwischen den Staatschefs beider Länder geplant. Kim sagte nach dem Treffen der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge, er sei fest entschlossen, die innerkoreanischen Beziehungen und die Bemühungen für eine Wiedervereinigung voranzubringen.

In einer ersten Reaktion erklärte US-Präsident Donald Trump auf Twitter zu Medienberichten über die Vereinbarung: «Wir werden sehen, was passiert!»

Olympische Spiele führten zu Entspannung

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Krieg auf der Halbinsel Anfang der 50er Jahre offiziell immer noch im Kriegszustand. Zuletzt fand 2007 ein Gipfeltreffen statt. Damals traf der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun den damaligen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il. Kim Jon Un hatte Moon im Rahmen der Olympischen Spiele im südkoreanischen Pyeongchang zu einem Besuch in den Norden eingeladen. Die Spiele im Februar hatten zu einer leichten Entspannung in den Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten geführt. Eine ranghohe Delegation aus dem Norden besuchte damals Südkorea.

In den Monaten zuvor hatten sich Nordkorea und Trump wiederholt verbale Schlagabtausche geliefert und sich gegenseitig mit der Vernichtung gedroht. Im Februar erliess Trump gegen Nordkorea weitere Strafmassnahmen und drohte mit einer Eskalation des Konflikts, sollten die Sanktionen nicht wirken. Diese neuen Phase zwei werde «sehr hart und für die Welt sehr, sehr unerfreulich». Nordkorea wiederum hat erklärt, Raketen zu entwickeln, die Atomwaffen an jeden Ort in de USA bringen könnten.

Ungeachtet der jüngsten Kontakte zum Norden rief Südkoreas Moon das Militär seines Landes zur Wachsamkeit auf. «Wir müssen mit dem Norden darüber sprechen, die Halbinsel atomwaffenfrei zu machen», sagte Moon bei einer Veranstaltung der Streitkräfte.

Zugleich müsse das Militär all seine Kraft zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft gegen Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm einsetzen. Moon kündigte an, das gemeinsame Abwehrsystem mit den USA auszubauen.