Unternehmen / Schweiz 08:53 - 14.03.2017

Novartis erhält Zulassung für Brustkrebsmedikament

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das in der Entwicklung befindliche Brustkrebsmittel Kisqali von Novartis genehmigt.
NEU Per E-Mail-Abo Unternehmen folgen*
lesen sie mehr
zum Stichwort
Fachbegriffe
Risiko
In der Finanzmarkttheorie wird das Risiko einer Anlage an den Ertragsschwankungen gemessen. Risiko und Ertrag stehen theoretisch in einem direkten Zusammenhang: Je höher das eingegangene Risiko ist, desto grösser sollte längerfristig der Ertrag der entsprechenden Anlage ausfallen (vgl. Risikomanagement ).

(AWP) Novartis (NOVN 76.55 -0.46%) ist mit seiner Pipeline einen Schritt weiter. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Krebsmedikament Kisqali (Ribociclib, LEE011) die Zulassung erteilt. Das Mittel darf in Kombination mit einem sogenannten Aromatasehemmer in der Behandlung von HR+/HER2- fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs eingesetzt werden, wie der Pharmakonzern am Montagabend mitteilte. Aromatasehemmer sind Arzneimittel zur Zusatzbehandlung von Brustkrebs.

Die Zulassung basiere auf der überlegenen Wirksamkeit und nachgewiesenen Sicherheit von Kisqali in Verbindung mit dem Aromatasehemmer Letrozol gegenüber Letrozol allein in der Phase-III der MONALEESA-2-Studie. Es habe sich gezeigt, dass bei 668 mit Kisqali plus Letrozol behandelten Frauen das Sterbe-Risiko sowie das Risiko eines Fortschreitens der Krankheit um 44% reduziert wurde gegenüber Letrozol allein. Die behandelten Frauen hatten alle bereits die Wechseljahre hinter sich.

Die FDA hatte dem Produktkandidaten LEE011 sowohl den Status «Breakthrough Therapy» als auch «Priority Review» erteilt. Daher kam die nun erfolgte Zulassung nicht ganz überraschend.

Analysten sind uneins

Wie Analyst Michael Leuchten von der UBS (UBSG 17 2.1%) in seinem ersten Kommentar hervorhebt, könnte das Novartis-Medikament wegen zusätzlich nötiger Herz-Überwachung einen Wettbewerbsnachteil erfahren. Während etwa die Leberwerte auch bei Konkurrenzprodukten regelmässig getestet werden müssten, sei bei ihnen nicht die EKG-Überwachung nötig. Er sei sich daher nicht sicher, ob die Tatsache, dass Kisqali mit jedem Aromatasehemmer kombinierbar sei, den EKG-Nachteil aufwiegen könne. Die Konkurrenzmittel sind nur mit bestimmten Aromatasehemmern kombinierbar.

Bei der Société Générale (GLE 50.21 0.86%) hebt Analyst Florent Cespedes hervor, dass die Zulassung früher als erwartet gekommen sei. Er sei dem Mittel gegenüber deutlich optimistischer als der Markt eingestellt und sehe sich mit der frühzeitigen Zulassung darin bestärkt. Er betrachtet die nun folgende Lancierung als eines der wichtigsten Ereignisse für den Pharmakonzern in diesem Jahr.

Die komplette Historie zu Novartis finden Sie hier. »

Mehr zum Thema

17.02.2017 Schweiz

Aktien eilen den Gewinnen davon

lock-status
25.01.2017 Schweiz

Novartis kauft sich Zeit

lock-status

Meistgelesene Artikel

28.04.2017 Schweiz

UBS überrascht den Markt

28.04.2017 Schweiz

Blaues Auge für Credit Suisse

lock-status
28.04.2017 Praktikus

Der Praktikus vom 29. April 2017

lock-status
28.04.2017 Markttechnik

SMI: Vorsicht vor dem Wochenende