Unternehmen / Gesundheit

Novartis hat Trumps Schmuddel-Anwalt über 1 Mio. $ gezahlt

Von der Transaktion erhoffte sich der Pharmakonzern Informationen über die Absichten der US-Regierung für Obamacare.

Christoph Gisiger, Los Angeles

Michael Cohen gehört zu den Schlüsselfiguren in den Ermittlungen wegen der Russlandaffäre. Zudem läuft gegen den kontroversen Privatanwalt von US-Präsident Donald Trump ein Verfahren im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stephanie Clifford, bekannt im Metier als Stormy Daniels.

Umso befremdlicher ist die Enthüllung, mit der Novartis für Schlagzeilen sorgt. Wie der Schweizer Pharmakonzern am Mittwochabend bestätigt hat, hat er Cohen für Beratungsdienste bezahlt. Das Unternehmen ist zu diesen Transaktionen vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller im November 2017 befragt worden.

Demnach hat Novartis unmittelbar nach dem Antritt von Präsident Trump Kontakt mit Essential Consultans aufgenommen, der Briefkastenfirma von Trumps langjährigem Juristen Cohen. Gemäss eigenen Aussagen erhoffte sich der Konzern davon Informationen, wie die US-Regierung Fragen zur Gesundheitspolitik angehen wird. Dazu gehörte auch die mögliche Demontage von Obamacare.

Der Deal belief sich auf eine monatliche Zahlung von 100’000 $ an Essential Consultans. Gemäss der Stellungnahme war jedoch bereits einen Monat nach der Übereinkunft klar, dass Cohen die erwarteten Beratungsdienste nicht erfüllen konnte. Dennoch setzte Novartis die Zahlungen fort, bis der Vertrag nach einem Jahr im Februar 2018 auslief. Daraus errechnet sich ein Gesamtbetrag von 1,2 Mio. $.

Novartis ist nicht der einzige Grosskonzern, der sich mit Zahlungen an Cohen Einblick in die Pläne der amerikanischen Regierung erhoffte. Auch der Telecomriese AT&T hatte mit Essential Consultants eine ähnliche Vereinbarung, wie diese Woche bekannt geworden ist. Ebenso Korea Aerospace Industries und die Investmentfirma Columbus Nova, die mit dem russischen Oligarchen Victor Vekselberg in Verbindung gebracht wird.

Die komplette Historie zu Novartis finden Sie hier. »

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