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Novartis lanciert zehn Medikamente mit Milliardenpotenzial

Der Umbau von Novartis (NOVN 77.03 -2.17%) zu einem reinen Pharmaunternehmen wird mit der Abspaltung von Alcon (ALC 55.91 -3.35%) in einigen Wochen Realität. Das eigenständige Ophthalmologieunternehmen mit etwas mehr als 7 Mrd. $ Umsatz könnte nach Analystenschätzungen einen Börsenwert von etwa 25 Mrd. Fr. aufweisen.

Neben der Generikasparte Sandoz wird Novartis noch über die Division Innovative Medicines verfügen. Sie ist unterteilt in die Bereiche Onkologie und Pharmaceuticals. Letzterer weist sechs Untersegmente auf. Die Augenheilkunde ist mit einem Umsatz 2018 von 4,6 Mrd. $ das grösste. Novartis wird also auch nach dem Alcon-Spin-off führend in der Ophthalmologie bleiben, allerdings nur noch im medizinisch-pharmakologischen Bereich.

Neben den traditionellen, auf kleinen und grossen Molekülen basierenden Medikamenten hat Novartis in den letzten Monaten rund 15 Mrd. Fr. in drei zusätzliche Technologien investiert: Zell-, Gen- und Nukleartherapie. Auch wenn sie als zukunftsträchtig gelten, wird es noch Jahre dauern, bis sie eine grössere Rolle spielen, was den Umsatz betrifft.

Novartis dürfte schon jetzt gut positioniert sein, um bei der nächsten Generation von Behandlungen ein gewichtiges Wort mitzureden. Die Unternehmensführung hält zudem nach weiteren Zukäufen für bis zu 10 Mrd. $ Ausschau, insbesondere in der Gen- und Zelltherapie.

Im laufenden Jahr will Novartis den Umsatz im mittleren, die operative Kerngewinnmarge im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigern. Auch eine höhere Dividende ist geplant. Bis 2022 soll die Kern-Ebit-Marge auf 35% steigen. 2018 betrug sie lediglich 26,6%, wobei Alcon mit 17,9% und Sandoz mit 20,3% bremsten.

Für dieses und das nächste Jahr plant Novartis, zehn neue Produkte zu lancieren, von denen sie ein Spitzenumsatzpotenzial von 1 Mrd. $ und mehr erwartet.

Die gegenwärtig grössten Umsatztreiber sind Cosentyx gegen Schuppenflechte (+36% 2018), Entresto gegen Herzinsuffizienz (+102%) sowie Promacta (+35%) und Tafinlar + Mekinist (+31%), die beide im Onkologiebereich eingesetzt werden.

Das umsatzstärkste Medikament, Gilenya gegen Multiple Sklerose, verliert bald den Patentschutz. Wann genau, wird vor Gericht verhandelt. Novartis rechnet für 2019 noch nicht mit dem Markteintritt von Biosimilars.

Die Novartis-Aktie ist mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 für 2019 im Vergleich mit den Titeln anderer grosser Pharmaunternehmen eher hoch bewertet, sie bietet wegen der Wette auf bahnbrechende Therapien aber viel Fantasie und langfristiges Potenzial.

 

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