Unternehmen / Gesundheit

Novartis-Manager macht Kasse mit Aktienverkauf

Beim Pharmakonzern hat es kurz vor Bekanntwerden von Manipulationen bei Testdaten eine heikle Veräusserung gegeben.

(AWP) Beim Schweizer Pharmakonzern Novartis (NOVN 86.26 0.44%) hat es kurz vor Bekanntwerden von Manipulationen bei Testdaten für eine millionenteure Gentherapie einen heiklen Aktienverkauf gegeben, bei dem ein Manager Kasse machte.

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, hat am 19. Juli ein Mitglied der Geschäftsleitung oder ein exekutives Verwaltungsratsmitglied 10’000 Novartis-Aktien verkauft und dabei 925’400 Fr. eingenommen.

Kritik durch Grossaktionär

Am 28. Juni hatte der Konzern die US-Zulassungsbehörde FDA darüber informiert, dass es bei der Novartis-Tochter Avexis zu Manipulation von Forschungsdaten der Gentherapie Zolgensma kam.

Zum Zeitpunkt des Aktienverkaufs wusste die Öffentlichkeit aber noch nichts von dem Fall. Die Information der Öffentlichkeit geschah erst am 6. August durch die FDA. Laut Novartis sei die Transaktion geprüft und genehmigt worden, «die entsprechende Person war nicht im Besitz von materiell relevanten Informationen», sagte ein Konzernsprecher der Zeitung.

Ein nicht genannter Grossaktionär kritisierte indes den Verkauf und die Tatsache, dass Novartis den Fall nicht im Halbjahresbericht erwähnt.

US-Senat fordert Informationen

Das Medikament Zolgensma gegen Muskelschwund bei Babys ist mit einem Preis von gut 2 Mio. $ pro Einmaldosis das teuerste Medikament der Welt. Die FDA wirft Novartis vor, die Manipulation von Testdaten vor der Zulassung von Zolgensma verschwiegen zu haben.

Novartis hat dem US-Senat nun die geforderten Informationen im Zusammenhang mit der Manipulation der Testdaten zugesagt. «Wir planen eine Antwort, aber wir haben sie noch nicht abgeschickt», erklärte ein Sprecher des Konzerns aus Basel am Montag.

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